Freitag, 28. März 2014

Quer durchs Land

Da ich das schon länger einmal für mich selbst verdeutlichen wollte und ich ja hier auch schon öfter davon sprach, dass ich quasi vagabundierend bin, dachte ich, ich mache da mal eine schicke Karte. Das wichtigste steht in der Karte selbst, weshalb ich die Stationen und Abläufe hier nicht noch einmal im Fließtext ausbreiten will.

Und man (= ich) glaubte gar nicht, dass ich jemals so viel von unserem schönen land sehen würde. Ernsthaft, während meiner Zeit in der niedersächsischen Einöde war ich davon überzeugt, mein Dasein ortsverwachsen zu fristen. Um dem dann doch zu entkommen griff ich nach dem nächsten Faden der sich mir anbot und das war ein Studium in einer größeren Stadt. Welches Studium war mir eigentlich vollkommen egal, denn ich bin nahezu generell ohne Leidenschaften und tue das, was ich eben gerade tun muss. Das dann auch oft gut, weil ich mich im Laufe der Zeit - zumindest partiell - für die Dinge begeistern kann (deshalb voll die probs bei "Was willst du denn mal machen?" etc. lol).

Nun denn, dort das Studium begonnen, ein neues Hobby entdeckt, über dieses dann bei einem Treffen meine Freundin kennen gelernt; Anfang.
Gutgläubig positiv und stückweit Naiv aufgrund der Perspektive die fernbeziehung etwas abzumildern zum Master (den man im meinem Fach machen sollte, so sagte man mir vorsichtshalber) ins dichtbesiedelte Rheinland gezogen. Symbiose: Freundin näher dran und durch das Hobby (sowie der Humanakkumulation) schon bereits einige Kontakte/Freunde dort; Intensivste Phase.

Nach dem erfolgreichen Abschluss des Studiums das unsagbare Schwein gehabte, nach über 70 Bewerbungen und zwei Gesprächseinladungen eine Stelle zu erhalten; erneuter Umzug. Während all dem begann meine Freundin ihr Studium an der Ostseeküste (diverse Umstände; andere Geschichte).
Da ich partout nicht noch ein Jahr oder länger vakant vom Staat leben und mich mehr oder minder subtil dem Bürokratendruck/-stress aussetzen wollte, nahm ich die glückliche Fügung an und zog unter großen (finanziellen wie sozialen) Anstrengungen nach Südhessen.

Perspektive: Studienwechsel von ihr in die Nähe. Problem: meine Befristung und evtl. (vom Amt aufgezwungene bundesweite Stellensuche) Arbeitsortwechsel. Man kommt irgendwie nie zur Ruhe. Aber der Großteil der modernen Gesellschaft mag das wohl so und befeuert das ja auch noch #hurra.

So finde ich mich nun innerhalb von sechs Jahren in der dritten Großstadt. Ich habe verlernt, was "Ortsverbundenheit" bedeutet. Soziale Gefüge entfernen sich auch immer mehr; nicht nur aufgrund der Distanz, sondern auch durch die immer steigenden Verpflichtungen (für die man kaum einen Lohn, geartet wie auch immer, erhält). 

Man sage mir noch mal, ich sei negativ. Bei dem Weg und den Erfahrungen bin ich das positive Denken in Person :D (Handle jedoch für mich erfahrungstechnisch gefußt nach für mich realen Möglichkeiten, die mittels meiner Geschichte eher negativ perspektiviert sind, weshalb ich eher davon ausgehe; leise anders hoffe und bei einer kleinen Bewahrheitung mich sogar auch freue!)

Abschließend: Ich hoffe es bessert sich mal und ich werde nicht mit sehr nahe an die Dreißig noch so situiert sein. Ich möcht endlich mal mehr, sei es persönlich oder "beruflich". SO langsam erkenne ich selbst, dass ich bisher unmengen viel Erfolg hatte (wenn ich meine Herkunft und Fundamente so betrachte). Die auf die Waage geschippten "Misserfolge" wiegen für mich emotional aber einfach mehr derzeit. 

Ja, ich habe einen guten Abschluss (der mir bisher nichts gebracht hat und auch die nächste zeit nicht viel bringen wird). Ja, ich konnte umziehen und bin selbstständig (soweit es geht). Ja, ich habe ein Dach überm Kopf und eine Person, die hinter mir steht (ich muss aber immer genau gucken, metaphorisch-sinnbildlich gesagt).
Von daher bin ich einerseits froh aber das letzte Bisschen, das wirklich nicht viel ist (entgegen des Eindrucks möchte ich mal etwas längerfristig wo fest sein und nicht jahrelanger Dauerkunde bei der Bahn sein, wodurch mir einiges an Lebensqualität flöten geht), heutzutage aber so verdammt schwer ist, fehtl mir einfach. Und das befleckt mich. Damit auf Wiederlesen.

P.S.: Apropos Bahn. Ich bin seit sechs Jahren Bahncard50 Kunde gewesen. Diese kriegt man als armer Volontär (ja, auch nach dem Studium ist man erstmal noch "arm", es sei denn, man studierte einen der fünf guten, tollen und grandiosen Studiengänge) nicht mehr vergünstigt, weshalb ich in Zukunft abwägen muss, ob ich zur Freundin fahren kann, ohne mich dauerhaft von Brot und Wasser zu ernähren lol #vröide!

Donnerstag, 27. März 2014

Ei Gude!

Bevor es auf frankfodderisch aber "Herzlich Willkommen" hieß, musste ich aus Düsseldorf ziehen und den Stress, den das mit sich brachte fasst das Bild hier oben ganz gut zusammen. So hauste ich gut über eine Woche - die letzte Woche - in Düsseldorf.

Ich hatte Sorge, dass alles in den angemieteten Transporter passte, aber es funktionierte und es gab sogar noch Luft. Mit einiger Verspätung ging es dann los Richtung Südhessen. Umzüge empfand ich schon immer als stressig und beängstigend; ich hasse Veränderungen. Ich mag zwar spontan und ein gutes Stück flexibel sein/erscheinen (mein Lebenslauf: Wendland > Kassel > Düsseldorf > Frankfurt), aber ich schätze es sehr, wenn etwas langfristig stabil und sicher ist, sich dadurch ein gefestigtes Netz mit solider Umwelt ergibt und es einfach "läuft". 

Nichtsdestotrotz gestaltet sich mein Leben - ich bin weit über 20 - noch immer wankelmütig, unsicher und sprunghaft. Aber nuja, kann nur besser werden!

Zum Thema: Das was oben im Bild alles zu sehen ist, passte in NRW in die ca. 38m² Wohnung. Hier in Hessen habe ich 8m² weniger, dafür aber einen geräumigen keller, in dem einiges unterkam. Die Wohnung als solche ist ähnlich schick, wenn auch unvorteilhafter geschnitten, wenn man nicht nur Bett und Schreibtisch hat, sodass schon eingies an Ideenreichtum erforderlich war. An dieser Stelle noch einmal ein sehr herzliches und wertschätzendes Danke an all meine Helfer ♥


Wie bereits angesprochen mag ich es geordnet (nicht unbedingt sauber, aber eben geordnet), weshalb ich ziemlich zügig meine neue Bleibe etwas hauslicher gestalten/einrichten wollte, weshalb ich das meiste nach 24h erledigt hatte. Danach kümmerte ich mich um die nötigen Amtgänge und stellte fest, dass ich zwar in einer Großstadt beanschriftet bin, der Stadtteil an sich aber das totale Dorf ist. Lebensmittelläden so rar, wie ich es bisher nicht kannte und Postbotinnen, die sich persönlich vorstellen und dich am nächsten tag auf dem marktplatz namentlich begrüßen. Irgendwie ja süß und ein tolles Gefühl, gleich so "drin" zu sein aber die Lage ist echt gewöhnungsbedürftig.

Meine (einzige) Alternative war eine Wohnung, die ähnlich am Stadtrand lag, jedoch besser angebunden war. Dafür weniger modern und ausgestattet. So beschloss ich nach Möglichkeit lieber schicker zu wohnen und draußen mehr Weg zu haben, als kürzere Wege gehen zu müssen und dafür in meiner Wohnung total "abgeschnitten" zu sein. 

Im Grunde kann ich sehr grlücklich sein mit dem, was ich bis jetzt so erhalten und geschafft habe. Düsseldorfer Verhältnisse haben mich wahrlich verwöhnt. Ich stellte eben so bei diesem Umzug und Vorhaben fest, dass es durchaus Unterstützung für mich gibt, wasich sehr zu schätzen weiß und nie vergessen werde. 

Damit auf Wiederlesen.

P.S.: Ich habe einen (irgendwie unnötigen) Balkon!