Montag, 10. Februar 2014

Die kleinen Dinge

Diese kleinen Dinge, die nicht wirklich auffallen, selten zu Wort gebracht werden und so schlichtweg unbemerkt und unsichtbar bleiben. Doch dann kommen sie, diese Momente, in denen sich die Gelegenheit bietet, die kleinen Dinge anzusprechen (mitunter auch durch den Einfluss des Alkohols, unter dessen Einfluss ja sprichwörtlich die Wahrheit gesagt wird).

Heute war für mich so ein Tag. Betriebsfeier und knappe neun Stunden sich persönlicher auszutauschen und bei den Chefs - so kurz vor der Kündigung - mal nachzuhorchen, wie man so rüberkam und sich anstellte. So kam es, dass mir eine Kollegin, mit de rich nicht allzu oft parallele Schichten hatte, zu mir meinte, sie würde ihre Tochter gerne in meine Obhut geben. Dieser Satz freut mich wirklich sehr, denn er bestätigt erneut, was ich eigentlich schon lange weiß; ich kann gut mit Kindern und habe wohl auch auf Erwachsene eine Ausstrahlung, die das ersichtlich macht. Ich sei sympathisch und nett, man würde gerne mit mir arbeiten, auch wenn man mich noch nicht gut kennenlernen konnte.

Etwas ähnliches kam ich von einer Vorgesetzten gesagt, die vor ihrer Vorgängerin gesagt bekam, ich sei anders. Was das bedeute, konnte sie sich selbst erst erschließen, als sie meine Vorgesetzte wurde und somit in der Autoritätsrolle. Auch im Nachklang dessen bestätigte sich für mich etwas, dass ich schon wusste. Aber gerade diese Bestätigung machte mich wirklich froh; denn es scheint durchzuscheinen, das subtil gewissenhafte und eben "meine Art", von der ich allzu oft denke, sie sei eher negativ. Dies mag im praktischen Empfinden auch so sein, allerdings folgt im Abschluss (also quasi fast immer zu spät) eine positive Anerkennung, was mich freut. 

Ich mache nicht - wie viele heute es oft verlangen und eben tun - fünf Dinge halbherzig auf einmal. Ich mache eine Sache, diese aber gründlich. Genau das wäre in der Branche so "anders" und müsse anders honoriert werden. Und genau diese Andersartigkeit fiel auf und blieb im Gedächtnis. Was will ich mehr, fragte ich mich.Die dadurch entstehende Langsamkeit wird durch die Gründlichkeit wett gemacht; win.

Diese schönen Aussagen und Bestätigungen begoss ich flanierend das erste mal wirklich Alkohol trinkend in athmosphärisch kaschemmigen Kneipen. Eine zu ehrende Abschiedstour durch Düsseldorf, diejenige Stadt, die sich hiermit einen nicht zu vergessenden Status in mir verdiente. Menschlich viel gewonnen, wenn auch praktisch nur zu einem Viertel aufgewertet. Aber wie heißt es, das Innere zählt und der Reichtum dort, macht einen viel glücklicher (zumindest psychisch [gesünder]).

P.S.: Die Kehrseite, die ich ebenfalls erfuhr; sowohl in Kassel wie auch jetzt in Düsseldorf baute ich soziale Kontakte erst auf, als ich bei den letzten Atemzügen des Lebens in dieser Stadt angelangt bin und dieses Kapitel erneut etwas betrübt abschließe. Wie bereits hier im Blog erwähnt; nahezu schon eine Tradition. Auf Widerlesen.

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