Donnerstag, 7. April 2011

Wie in einem Märchen..

..muss es in der Tintenwelt sein. Ich habe gestern den dritten und abschließenden Band dieser Saga gelesen und weiß bis jetzt nicht, was ich genau von dem Ende halten soll. Nachstehend ein kleines persönliches Resümee mit einigen Punkten dir während der Lektüre auffielen oder aufstießen.Diese Bücher sind ja mittlerweile schon einige Jahre alt und ich hätte sie auch nie gelesen, wenn ich nicht im Dezember 2008 den Film gesehen hätte. Dieser war mehr als schlecht durchwachsen, weshalb so ziemlich viele die typische Parole grölten "Das Buch ist so viel besser". Allein dieser Worte wegen hegte ich Interesse das Buch zu lesen, da der Grundplot ja schon interessant anmutete auch wenn er für den Film angepasst wurde. Jedenfalls hatte ich einige Jahre lang nicht die Gelegenheit an die Bücher zu kommen und kaufen wollte ich sie nicht gleich; es gab noch keine Taschenbuchversion. Allerdings erhielt ich dann die Chance die Bücher zu leihen (später sah ich auch, dass die bei uns in der UniBib stehen..) und so las ich mich dann in dieses "Jugend"Universum.

Teil Eins nennt sich wie das Buch im inneren der Geschichte um das sich alles dreht. Tintenherz. Ein Buchbinder entdeckt die Gabe in sich Wesen und sonst alles aus geschriebenen Geschichten zu lesen. Seine Stimme lockt das Leben auf den beschriebenen Seiten in das richtige Leben. Allerdings verlangt das Buch einen Tribut für das "stehlen" der Figuren und zieht demzufolge ein Lebewesen aus unserer Welt in die des Buches.


Natürlich liest er neben einem augenscheinlich guten Charakter auch eine Horde Bösewichte mit her, dafür verschwindet seine Frau in die fantastische Welt. So beginnt das Ganze.
Der eine getrieben von der Sehnsucht nach seiner eigenen Welt, während es dem anderen nach nichts anderem dürstet als das Buch zu vernichten um nicht wieder zurück zu müssen. Zwischen diesen Positionen steht die "Zauberzunge" die nichts anderes will als seine Frau, vorerst.

Der Trilogie erster Teil beschäftigt sich mit eben diesem Drama an dessen Ende genretypisch der Sieg über den Bösewicht stehen muss. Im Laufe der Geschichte gesellen sich immer mehr Charaktere dazu und auch das Talent des Herauslesens ist nicht einzigartig. Im Zuge dieser geschehnisse drehht und wendet sich die Geschichte und es werden aus Neugier, Sehnsucht oder Not die Welten gewechselt. Der Vater sucht seine Tochter. Die Tochter sucht das Abenteuer. Die Mutter sucht ihren Mann. Der Mann sucht alles das im Ganzen und verliert sich am Ende fast selbst. Daneben wird gestorben, wiedererweckt und als Preis dafür Verträge geschlossen. Liebe mehr zu Büchern als zu Menschen und so kommt es final dazu, dass ein einziger Junge mithilfe eines Buches seinen Großvater über den Buchbinder an den Tod verkauft.

Ganz grob runtergebrochen. Die Geschichte ist wirklich toll, nichtsdestotrotz stellen sich einige Fragen. Wieso wird niemand von Dritten vermisst? Warum sehnt man sich nur in kurzen Phasen nachhause? Wieso wird so schnell akzeptiert? All das und mehr kam mir beim Lesen in den Sinn. Auf Grund der Tatsache, dass es sich um eine Jugendbuchreihe handelt stellen sich die Fragen nicht länger und man betrachtet generell alles nicht mehr so eng, denn pädagogisch hat das Buch schon einen gewissen Wert. Es wird nichts geschönt, es wird wie gesagt gestorben, gequält, geweint und am Ende das Grausame der Welt "nur" in die Flucht geschlagen aber nicht endgültig und utopisch vernichtet. Der Abschluss gestaltet sich versöhnlich aber auch irgendwie unbefriedigend und etwas melancholisch.

Sprachlich ist das Buch eine Berg- und Talfahrt. Neben sehr schön klingenden Passagen gesellen sich verbrauchte Stilmittel. Selbst innovative Wendungen werden von der Autorin exzessiv bis in die Abstumpfung genutzt. So leckt das Feuer an allem und jedem und, besonders im ersten Teil, wispern alle zu jeder zeit anstatt zu flüstern. Diese Überreizung wirkt ungewollt lächerlich und hat für mich die Sprach stückweit vernichtet.
Für ein Jugendbuch finden sich auch ab und an komplexe Satzkonstruktione, welche an einigen Stellen auch den Lesefluss etwas brechen. Neben all dem erzählt die Autorin aber im großen Ganzen eine gefühlvolle Geschichte und allein der Fokus auf Bücher mag da etwas übel aufstoßen. Die Zwischenmenschlichen Beziehungen werden modern und aufgeklärt geschildert.

Für mich persönlich gestaltete sich der zweite Band (Tintenblut) als der sprachlich Beste und von der Geschichte her spannendste. Gefolgt vom dritten Band (Tintentod), der allein durch das Fehlen einer tragenden Figur in der ersten Hälfte durch Dehnungen enttäuscht. Tintenherz als erster Band selbst ist für mich der mit Abstand schwächste, wohl dem Fakt geschuldet, dass er eben den ersten Band darstellt und somit quasi als "Experiment" in Sachen Plot und Sprache diente.

Am Ende wird eine fokussierte Geschichte erzählt die mitzureißen weiß, wenn man sich an einigen gestreckten Stellen der Erzählung und die etwas schwankende Sprache nicht zu sehr aufhängt. Tintenherz gibt es mittlerweile (09/2010) auch im Taschenbuch, weshalb der Einstieg sich in der Variante günstig gestaltet.

In dem Sinne auf Wiederlesen!
P.S.: Ich hoffe echt auf eine irgenwann neu angegriffene Neuverflmung, denn der derzeit existierende Film versteht es nicht im Ansatz die tollen Ideen des Buches umzusetzen.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

melde dich doch mal mit Deinem Namen Du feige Sau HIDEKI

Anonym hat gesagt…

wenn ich wüsste wer du bist würde ich dich platt machen drecksau