Samstag, 9. April 2011

Beim Schlendern..

..aus purer Langeweile in diverse Einkaufszentren zum kostenlosen Gucken und dreisten "Probelesen" einschlägiger (Polit)Magazine findet sich so das ein oder Andere interessante bzw. relevante Thema in schmucker redaktioneller Artikelform.

In der aktuellen Neon fand ich durch das Cover "eyecatched" (übrigens ist Nägelkauen da echt das beste was man als Motiv nehmen konnte, ehrlich jetzt) einen Artikel, der das große Thema Studium und Liebe mit anschließender Berufswahl behandelte. Natürlich steht da dann die Fernbeziehung und die räumliche Distanz im Fokus. Neben Beispielfällen und möglichen Entscheidungsschilderungen mit exzemplifizierten Folgen, ob man nun der Liebe oder dem Karrieredrang nachgibt, wurde auch ein kurzes Interview mit einer Psychologin (Name vergessen), die zum Thema "Distanzregulation in Fernbeziehung" promovierte, abgedruckt.

In besagtem Interview wurde Skype als die eine Revolution des Phänomens der Fernbeziehung startende Instanz genannt, da man mit einander reden, sich sehen und so den Alltag mit seinem Partner teilen kann ohne kopräsent zu sein. Dies ist nebenbei zezüglich meines Bachelorthemas marginal interessant.

Bedingt durch die Kürze dieses Interviews blieben die Thesen und Argumente mehr oder weniger oberflächlich und erklärten Dinge, die jeder Netzkundige Mensch sich auch so denken konnte (wobei diese Aussage in fast allen gesellschaftswissenschaftlichen Bereichen anzutreffen ist und bei genauerer Betrachtung eben genau das nicht der Fall ist). Dass frisch Verliebte die Ritualisierung wie morgendliche SMS und abendliche Telefonate sofort erlernten und durchsetzen sowei durchführen, wohingegen Paare, die durch sich ändernde (und nicht abwendbare) Umstände in diese Situation kommen sich damit erst schwer tun.

Auch, dass man eventuell bei oberflächliche Entscheidungen den Partner mit einbezieht um einfach das Gefühl "du gehörst zu meinem Alltag" zu vermitteln, war für mich nichts neues. Wohl aufgrund der tatsache, dass ich eben in genau dieser Situation stecke. Allerdings die genaue Benennung der differenten Definitionen der Eifersucht (und ihrer Auswüchse) war für mich in der Art neu. Denn außerhalb einschklägiger web2.0-Foren, wo das Thema immer wieder Kontroversen heraufbeschwört und zu verbalen Schlammschlachten führt, wurde von der Psychologin kurz und knapp gesagt, dass der Umstand der Fernbeziehung die Eifersucht legitimiert, selbst wenn die Partnerin (Femininum geschlechtneutral benutzt, um das Bild des imaginären männlichen Metakörpers zu durchkreuzen) "nur" mit einem Kollegen klettern geht.
Das kann ich sehr gut verstehen und nachvollziehen, würde ich so ohne weiteres unterstreichen. Das Gegenteil, dass manche selbst bei nächtelangen Sauftouren keine Eifersucht schieben wurde als Gegenpol genannt.

Abschließend für diesen kurzen Spontaneintrag möchte ich die Meinung "Liebe an einem, Karriere am anderen Ort" kommentieren. Meiner Meinung ist, sprich meine Einstellung ist, dass ich auf keinen Fall für einen Job meine Liebe und damit mein Leben (meine Liebe ist mein Leben, ich lege im Vergleich da echt sehr wenig auf Karriere) "verlasse" und wer weiß wie weit weg ziehen würde. Das Beispiel, dass ein Meeresbiologe (im Übrigen ganz lustig, das wollte ich damals in der eingehenden noch Mittelstufe werden) nur an der Küste arbeiten könne leuchtet ein und die damit verbunden Konsequenzen gestalten sich für mich gedanklich tötend.

Dennoch stellt sich für mich die Frage gar nicht. Ich würde alles machen, solang ich bei ihr sein könnte. Das Argument, dass je höher die Qualifikation ist, sich die räumliche Übereinstimmung schwierig gestalten kann ist ein Punkt. Aber wo ein Wille ist. In mir streubt sich alles, wenn ich daran denke, dass der Partnerin die Karriere vor ihre Liebe geht. Dahingehend war der letzte Satz der Psychologin auf eine redaktionelle Nachfrage auch; "ich glaube niemand sagt am Sterbebett 'ich hätte gerne mehr gearbeitet'", ist Sekundiert.

Naja, hatte nur kurz Lust einen groben und unter Umständen lückenhaften Abriss darüber zu schreiben um einigen meiner Gedanken eine Struktur zu geben. Das Thema ist groß und es sind Bücher darüber gefüllt. Alles was ich mir darüber schon zurecht gedacht habe kann ich gar nicht in Worte fassen, nichtsdestotrotz wollte ich diese Gelegenheit nicht ungenutzt lassen.

In dem Sinne auf Wiederlesen und vielleicht bald mehr darüber, da es eben momentan als einer von Zwei wichtigen großen Punkten mein Leben bestimmt.

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