Montag, 19. Juli 2010

Stetiges Unverständnis...

...keimt, oder blüht sogar schon, in mir, wenn ich Erzählungen erfahre, die mir berichten, wie manche Eltern so drauf sind. Neutral betrachtet blende ich mal latent kulturelle Eigenarten (auch wenn sie oft der Nährboden sind) aus und richte meine Meinung und Ansichten auf puren, von Religion weitestgehend getrennten (utopisch), verständnisvollen, toleranten und aufgeschlossenen Gedankengängen aus.

Das mal vorab bisschen geklärt, stellt sich bei mir schon ein Konstrukt in den Weg, das sich mit den Worten "wir waren damals nicht anders" beschreiben lässt. Konkret meine ich damit, dass, ich vage mal es zu vermuten, fast JEDER Mensch in seiner Jugend gerne mal alleine wegfahren möchte, länger wegbleiben will und sich schlichtweg nicht so eingeengt wissen mag. Wieso tun dann manche Eltern genau dieses.. vergisst man seine eigenen Verhaltensweisen? Verachtet man sie und legt deswegen ein Moratorium darum? Andere Zeiten andere Sitten zählen für mich nicht. Der Mensch hat Rationalität, sollte er zumindest, denn das definiert ihn und differenziert ihn vom plumpen Tier. Soviel zum Thema Offenheit und so weiter.

Sicher, heutzutage ist es bei Tagesende proportional riskanter alleine draußen rumzulaufen, besonders als Mädchen/Frau, aber eine Übervorsicht ändert an den Umständen auch nichts.. führt meiner Meinung nach nur zu Frust und (subtiler) Aggression. Ich bleibe einfach mal auf der "Metaebene" und führe keine Beispiele, obwohl bekannt, an. Ich für meinen Teil kann nicht verstehen, wieso man seinen Zögling einen Tag lang gut behandelt, den Nächsten dann nicht so gut, den Übernächsten "Gewalt" anwendet und dann am Ende der Woche so tut als wäre nie was gewesen. Was geht in Menschen, nicht zwingend immer Eltern oder "ältere", vor, die so ticken? Wird echt geglaubt, man erziehe so optimal und ist die "Naivität" im Raum zu glauben, dass so etwas belehrt.. in irgendeiner Weise.. vielleicht schon aber was noch?

Natürlich hat man Tagesformen aber man kann doch soweit denken, um zu wissen was man, einem unter Umständen nahestehenden, Menschen antut (oder sich selbst..), wenn man ihn so einer Schwankung aussetzt. Extrovertiert schön und gut aber alles hat Grenzen. Nicht immer sind andere an Dingen Schuld. Nicht immer muss/sollte man Sachen an anderen auslassen und wenn man darüber reden möchte, geht das auch in einem Vokabular, dass den anderen nicht verletzt. Was kann man daran nicht verstehen? Wieso denken manche nicht daran?
Selbstverständlich gibt es Situationen, in denen Menschen so ein verhalten provozieren und verdient haben aber in meinem derzeitigen Erfahrungspool häufen sich Momente der Grundlosigkeit, des puren Unverständnisses und der reinen Verblendung. Durch Äußeres, Inneres und/oder Anderes. Schade, dass nicht jeder versteht, dass er sich selbst ist und irgendwann das blüht, was man sät.

Heute beschwere ich mich, du gibst zu viel Geld aus. Morgen frage ich dich, ob du nicht mit Shoppen gehen willst um dir dann genau das wieder vorzuhalten. Heute beleidige ich dich auf's Übelste, aber morgen sind wir wieder beste Freunde, ok? Heute höre ich mit allem auf was mir Freude macht, nur weil andere es auch machen aber morgen, da weiß ich nicht mehr was du meinst, wenn du mich fragst! Heute bist du ein Arschloch aber morgen habe ich dich wieder lieb. Morgen bereue ich es, dich dummes Wesen auf die Welt gebracht zu haben, morgen musst du dich aber schick machen und nett sein, damit ich vor den Gästen mit dir prahlen kann. Es gibt unzählige Sachen.. und genau dieser Fakt tut mir Leid, für jeden.

Diese Tatsache macht das Miteinander so schwer und das Füreinander so kompliziert. Was habe ich davon, dir zu helfen, für dich da zu sein und dir so viel wie mir möglich zu geben, wenn du es nicht zu schätzen weißt. Ist es rational, die folgerichtige Reaktion anzukreiden, obwohl du sie dir selbst zuzuschreiben hast? Weißt du insgeheim, dass dein Gegenüber viel zu gut für dich ist, willst es dir aber nicht eingestehen? Bist du insgeheim stolz auf einen Menschen zu haben aber kannst es nicht angemessen zeigen? Was ist es.. ich verstehe es nicht. Wird mir wohl auch keiner haargenau erklären können. Steter Lernprozess.. Erfahrungen immer wieder neu aber doch nicht unbekannt.

Ich will später nicht so sein. Was heißt später.. nie so sein. Neid. Zwischenmenschlich abgekühlt und auf sich selbst bedacht aber von anderen abhängig. Schwäche. Kontrolle zu nachsichtig festgebunden. Es mündet in Gewäsch.. pauschalisierte Alltagsparolen. Nichtsdestotrotz entzieht es sich mir, obgleich ich immer wieder dessen, wenn auch meist indirekt, ausgesetzt bin. Es erzürnt mich.. ende.

Danke für die Aufmerksamkeit und auf Wiederlesen.

1 Kommentar:

Hetsche hat gesagt…

Du sprichst mir mit deinem breit gefächerten Vokabular echt aus der Seele.
Was soll ich sonst noch dazu sagen? Ich kenne das ja auch gut genug.
*mal knuddel*
Aber wir haben uns lieb und werden nie so! ò.ó Jawohl!