Donnerstag, 9. Oktober 2008

Es war einmal…

…an einem sonnigen Herbsttag. An diesem sollte das Abenteuer „Studium“ für Thobias beginnen und er malte sich die tollkühnsten Bilder aus, freute sich und hatte zugleich aber auch bisschen Angst. Nichtsdestotrotz rückte der Tag näher an dem das Treffen zum Kennen lernen der Erstsemester abgehalten wurde. Dreißig Minuten zu früh traf er an dem Ort der Veranstaltung ein und wunderte sich über den Haufen Menschen der da auch, wohl auf dasselbe Ereignis wartend, stand. Thobias stand erst 10 Minuten nichts sagend allein in der Menge bevor er sich entschloss in das Gebäude zu marschieren und dort den Hörsaal, der für die Menge an humaner Biomasse eindeutig zu klein war, aufzusuchen. Gefunden und sich in der obersten Ecke, da kein anderer Platz mehr frei war, platziert verfolgte er stillschweigend das Getümmel. Es kam ein Mädel hinein das sich neben ihm platzierte, an sich nix verwunderliches, doch auf einmal zog sie ihre Jacke aus, weil es ja soo~ warm war (Thobias fühlte sich wonnig wohl), und entblößte ein trägerloses Top das man eigentlich nur zum Hochsommer erwartet.


Später erfuhr Thobias, dass sie aus dem Osten der Republik käme und da fiel es ihm wie Schuppen aus den Haaren. Natur gemäß starrte er sie erstmal an. Wann sieht man sonst so was so dicht an einem stehen. Nun denn. Als der Anblick irgendwann nix besonderes mehr war guckte er auf die Uhr. 15:10. Sollte das nicht um 15:00 starten?


Unerwartet stieß das Mädel neben Thobias ein „Ahhh“ aus. Was war geschehen, fragte Thobias sich. Da bemerkte er, dass ihr BH gerissen ist weil die Leute zu eng und zu schnell durch gedrängelt waren. Somit musste sie sich das recht lasziv festhalten damit ihr ganzes Top nicht flöten geht. Da sah sich Thobias bestätigt … denn so was zieht man einfach nicht an wenn man sich denken kann, dass es eng wird. Ostweiber. Er hat eh schon einige Momente vorher komisch geschaut, denn ihr linker träger von dem BH war schon mit Tesa geflickt. Nunja, soviel dazu.

Plötzlich ertönte eine Stimme, viel zu leise und unscheinbar aber dennoch vernommen. Diese flüsterte ins Mikro „Ich habe keine Ahnung von alle dem“ und daraufhin ging 5 Minuten lang das Licht an und aus. Nach weiteren 10 Minuten ertönte eine Andere Stimme die meinte „in 5 bis 10 Minuten geht’s los“.

Dann ging es auch los. PowerPoint Präsentation und durchschnittliches Schulreferats-feeling inklusive.


Thobias hatte sich irgendwie was anderes vorgestellt. Von der versprochenen Führung über den Campus wurde nix erwähnt und auch sonst war das ganze recht für die Tonne. Man erfuhr allerdings was die „AStA“ (Allgemeiner Studenten Ausschuss) ist und wer sich in diesem Verein alles tummelt, was er macht und wofür er zuständig ist und das die AStA 9,20€ pro Semester von jedem kriegt, durch die Semestergebühren. Ansonsten, dass die AStA jeden Januar neu gewählt wird und mindestens 25% der Studierenden wählen müssen damit diese Vereinigung keine Budgetstreichungen erfährt.


„Ist das interessant hier?“ wurde ziellos in den Saal gefragt. Thobias antwortete ohne nachzudenken und spontan „nee“ und dann kam „na dann ist ja gut … schüss“ zurück. Kur darauf kam ein sichtlich verwirrter langhaarige Brillenträger in den Saal (also offensichtlicher Rock-fan) und fragte mit der Karte in der Hand ob das die Richtige Veranstaltung sei. Thobias betrachtete die Karte und sagte „joa, wahrscheinlich“. Der Brillenträger darauf „gut, ich saß eben eine Stunde in der Einführung der Sozialwesenstudiengänge und habe mich schon gewundert, die haben da Schnapps ausgeschenkt und Theater aufgeführt. Kam mir gleich spanisch vor“. Thobias amüsierte sich köstlichst und fragte warum er nicht dageblieben wäre, denn das höre sich interessanter an als das was hier abginge. Da stimmte der Brillenträger zu und meinte, dass die Einführung zu ende sei.


Ach, die beauftragte für das Frauenreferat ("Wir sind für Gleichberechtigung ... Männer sind auch Willkommen") stellte sich mit den Worten "Hallo, mein Name ist BlaSülz und ich studiere ... mhh ja was denn .. achja ,Soziologie und Germanistik im 10. Semester ... ich bin an meiner Magisterarbeit" vor und zog das Gelächter auf ihre Seite. Wer nimmt nun das Frauenreferat ernst ...


Kurz darauf war auch diese Veranstaltung zu ende und Thobias und der Brillenträger versuchten noch verzweifelt eines dieser Junglebücher zu ergattern die das ganze Vorgetragene noch mal verständlich zusammenfassen. Als man sich von Oben nach Unten durchgekämpft hatte waren diese aber schon aus und es kam der Verweis, dass diese Bücher auch ab der nächsten Woche bei der AStA direkt ausliegen würden. Zudem wurden die Erstsemester angehalten zu der Party heute Abend zu kommen denn diese wäre „total cool, mit Band und so die richtig das Haus rocken und es gibt Bier und Würstchen und so“. Lachend hat man den Saal verlassen. Und wenn sie nicht gestorben sind amüsieren sie sich noch Heute und leben in Planungslosigkeit.


Auf Wiederlesen.

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