Donnerstag, 3. Juli 2008

Was ist schlimmer als…

…nichts, denn gemeint sind nicht die schulischen Hausarbeiten (im Volksmund meist auch Hausaufgaben genannt) sondern die Arbeiten die man im Haushalt verrichten muss um den modernen hygienischen Vorstellungen und Maßstäben gerecht zu werden. Man will sich bei gelegentlichem Besuch ja nicht schämen müssen. Na ja, es trägt ja zu einem gewissen Grad auch zum Wohlbefinden von einem Selbst bei und hält gesund. Dann wollen wir mal.

Platz 10: Wäsche waschen.

An sich kein großer Akt Arbeit. Wäsche im jeweiligen Eimer (Bunt- und Kochwäsche) sammeln und beim Status „mehr passt da nicht rein“ einfach mal ‚ne Maschine waschen. Instruktionen und Pulvermenge genau justieren und ab geht’s. Problematisch wird es, wenn man erstens zu faul dazu ist oder zweitens einfach keine Zeit hat um zu warten bis der Vorgang beendet wurde, nur nötig wenn die Maschine noch so alt ist, dass sie sich nicht selbst ausschaltet, wie es bei mir der Fall ist, denn Strom fressen soll die ja nicht unnötig.

Platz 9: Klamotten aufhängen.

Im Sommer umweltfreundlicher als den Trockner anzuschmeißen (meiner frisst übrigens noch recht viel Saft, denn dank der Jahre auf dem Buckel hat der nur Klasse ‚C’), zudem riecht die Wäsche besser wenn sie in der Sonne und an der frischen Luft getrocknet ist. Dauert zwar auch nur geschätzte 10 Minuten aber ohne Musik oder sonstige ablenkende Laute ist diese Arbeit mehr als stumpfsinnig und verblödend. Geht übrigens ziemlich auf die Arme, wenn man das nicht öfter tut, denn nasse Wäsche wiegt so einiges. Habe das auch erst unterschätzt und mich danach bedankt.

Platz 8: Fenster putzen.

Eine meiner Lieblingstätigkeiten, wenn man das so nennen kann. Geht recht flott und man sieht, bei sporadischer und unregelmäßiger Verrichtung, deutliche Resultate und diese sind wichtig für die Motivation. Zwar schiebe ich das auch immer auf aber wenn ich dabei bin macht’s irgendwie ziemlichen Spaß. Auch eines der wenigen Dinge, die sogar Außenstehenden den Eindruck eines gepflegten und ordentlichen Menschen vermitteln ohne direkt mit denen in Kontakt zu stehen.

Platz 7: Geschirr spülen.

Sowohl maschinell als auch per Hand auf jeweilige Weise nervig und langatmig sowie ohne Umgebungsgeräusche ermüdend und abstumpfend. Maschinell ist das Ausräumen der Maschine eine meiner verhassten Arbeiten. Es müffelt ab und an, dampft unerhört und man ist meist gezwungen sich zu bücken. Geht zwar flott aber kann einem anstatt Lob, dass man das autonom getan hat, auch viel ärger bringen, wenn man alles an orte räumt wo’s nicht hingehört. Das Putzen per Hand sorgt zwar, dank neuster Mittel, für sanfte Hände aber ist zeitaufwendig und wenn man sich vor Augen hält, dass es eh alles wieder dreckig wird, frustend.

Platz 6: Staub saugen.

Nicht zu verwechseln mit „Staub wischen“. Muss ich recht selten, da ich Barfuß zuhause rumlaufe und auch sonst wenig Gäste habe die irgendwas mit rein schleppen. Für den alltäglichen Staub der sich sammelt und andere kleine Unreinheiten reicht einmal alle paar Wochen vollends aus, wie ich finde. Dennoch ist es schweißtreibend und macht mich aggressiv wenn der Sauger nicht mitkommt weil das Kabel irgendwo verharkt ist oder sonst was. Man sieht allerdings was man da tut, das ist ein Plus. Allerdings wird’s auch recht fix wieder dreckig, Minus.

Platz 5: Staub wischen.

Nicht zu verwechseln mit „Staub saugen“. Absolut nervig, immer unvollendet und nie zu ende. Ein ewiger Kreislauf der stresst und somit ungesund ist. Nicht, dass der Staub allein dafür schon ausreichend wäre. Heute getan, kann man es morgen gleich wieder machen, deswegen lass ich’s meist liegen mach’s dann einmal weg und lass es wieder liegen. Der Zyklus geht soweit, bis „es mir zu unschön“ anzugucken wird. Hier und da ab und an mal was mit der Hand oder dem Finger weggewischt und gelutscht ist der Drops.

Platz 4: fegen und wischen.

Kriegt man den Staub und den Dreck mit der Hand nicht weg müssen andere Mittel her. Die erfordern ungleich mehr Arbeit und Aufwand für den gleichen Zweck. Man muss sogar noch mit dritten und vierten Mitteln hantieren, dem Wasser und der Essenz die dieses in seiner Reinigungskraft verstärkt. Angereichert mit diversen Chemiedüften natürlich. Man kraucht und bückt und streckt sich um auch den letzten entlegensten Winkel zu erreichen. Seltener mache ich mir die Arbeit und noch seltener räume ich dafür was weg oder um. Was keiner sieht macht keinen heiß. So wische oder fege ich, manchmal guten Gewissens, drum herum.

Die Top 3.

Platz 3: Klo/Bad putzen:

Irgendwie beruhigende Arbeit, wenn man nicht von allzu verdreckten Örtlichkeiten die gute Laune verdorben bekommt. Chemiedüfte, bevorzugt Citrus, runden das Ganze ab und lassen den ganzen Raum in neuer Frischer „erblühen“. Dazu die Matten waschen und frische Handtücher hinhängen. Dusche gleich mit anrichten und voilà, fertig ist das Stille Örtchen zum entspannen, entledigen und beruhigen. Einziger Wermutstropfen ist, dass dieser Moment nicht lange anhält aber beim nächsten Mal sieht man was man getan hat und ändert sein Verhalten, vielleicht.

Platz2: Verstopfungen beseitigen.

Selten wird’s getan und genauso selten muss es gemacht werden. Ist es allerdings an der Reihe, wird merkbar, wenn die Dusche unerhört lange braucht um das Wasser ablaufen zu lassen oder es sich gar sammelt obwohl man keinen Pfropfen im Ausguss hat (Badewanne nicht vorhanden, deswegen nicht erwähnt), kommt man um den Pümpel nicht herum. Man pumpt und guckt, man pumpt und guckt ob und was man sich da hochzieht und was den Abfluss so verstopft hat. Meist Haare, die ausfallen oder man sich ausreist (aus welchen Gründen auch immer) oder einfach die Haare die sich im Haupthaar sammeln und so der allmählichen Glatzen- und Gheimratseckenbildung weichen. Eventuell begleitet von faulen und unangenehmen Gerüchen die einem alles entsüßen. Anstrengend und sehr unlecker.

*tusch* … *trommelwirbel*

Platz 1: Betten beziehen.

Bei einem Doppelbett sehr schweißtreibend und manchmal auch größere Koordinationsarbeit, wenn man versucht die Decke oder das Laken sauber und gleichmäßig, und alleine, über die dafür vorgesehenen Gegenstände zu ziehen. Matratzenturnerei ist der härteste Alltagssport den man in seinen eigenen 4 Wänden und auf ~2-3m² ausüben kann. In jedweder Hinsicht. Ist das allerdings geschafft, und hat man sich in der frisch geputzten Dusche von dem Schweiß befreit, kann man sich in ein erfrischendes, wohlriechendes (da Bezüge sonnengetrocknet) und auf der Haut angenehmes Ruhelager begeben, welches einen für jede Arbeit und Erfahrung entlohnt. Hält auch bei regelmäßiger Körperpflege länger, Pluspunkt.


Das war’s mir den Zehn. Wenn sich wer fragt, wo das Bügeln geblieben ist, dem kann ich nur sagen: Ich finde das gänzlich unnütz und mache dieses deswegen auch nicht. Alles außer Hemden und Anzüge braucht in meinen Augen nicht gebügelt werden. Hemden und Anzüge zieht man in jüngeren Jahren selten an und selbst wenn, reicht es zu den meisten Angelegenheiten Körper- oder Schwerkraftgeglättet. Bügeln = fail. Eine unnötigere Beschäftigung kann man sich im Haushalt nicht suchen. Das war’s von meinen persönlichen Zehn schlimmsten Hausarbeiten. Bis zum nächsten Mal, auf Wiederlesen.

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