Sonntag, 6. Juli 2008

Denn wir schrieben Geschichte…

…Mit jedem Riff
Mit jedem Akkord
Setzten wir sie fort
Wir schrieben Geschichte
An jenem Tag
Denn hier und dort
Waren wir ein Teil von ihr…
…und so ähnlich kam ich mir vor, denn „Madsen“ rissen das hiesige Festival anlässlich des 850. Geburtstags unserer Stadt mächtig raus. Zu erst einmal sollte erwähnt werden, dass dieses „Festival“ den geklauten Namen „Earthquake“ trug und somit bebende Erde und rotierende Luft versprach. Aber, soviel vorweg, nicht hielt. Den Auftakt gaben die 14 Schüler des allgemeinen Gymnasiums mit ihrer Schülerband (Musik AG) mit dem Namen „2 Laid“. Sie performten ausschließlich Cover-Versionen von bekannten Liedern unter Anderem von „die Ärzte“. Als man dieses nach einer knappen Stunde überstanden hatte und die Bad Bevensener Band „Herrenmagazin“ die Bühne nach einer halbstündigen Umbaupause betrat, trabte ich nach Hause, denn ich war bis zuletzt nicht gewillt 9 bzw. 10 Euro auszugeben um eineinhalb Stunden „Madsen“ genießen zu können, also gab ich mir dieses denkwürde einmalige Ereignis von der Seitenlinie hinter der spärlichen Absperrung und konnte erstaunlich gut sehen und wurde nicht geschubst. Zuhause angekommen habe ich genüsslich zu Abend gegessen und bin wieder an meinen „illegalen“ Seitenplatz gewackelt. Auf die Minute pünktlich zum Start von „Madsen“.

Die brillanten Lokalmatadoren wissen es wie man ein noch so unaktives und steifes Publikum mit zu reißen. Die Energie und Erfahrung die sie auf der Live-Bühne ausstrahlen ist unbeschreiblich und unvergleichlich. Hätte ich es bis dahin bereut Geld für den Einlass ausgegeben zu haben, hätte der ~90minütige Auftritt von den Brüdern Madsen plus Kollegen mehr entlohnt als das es jede andere Band in dem Moment hätte tun können. Mit Knallern ála „Du schreibst Geschichte“ [umgeschriebener Refrain am Anfang dieses Posts], „Nachtbaden“ (Bundesvision Songcontest 2008; 4. Platz) und einem alten „Hoerstuatz“ (eine lokale Schulbandlegende) Song gelang es der Band sogar mich mitzureißen. Die kleinen Lobeshymnen auf unsere Gegend, eine Lobpreisung für die lokale Eisdiele und der Feststellung, dass man mit einem Abi nix mehr anfangen kann sorge Sebastian Madsen (Gesang + Gitarre) für lustige Einlagen und zoll seiner Heimat gebührenden Respekt. Kritik wurde auch seicht geäußert, denn seit Jahren haben wir hier keinen ordentlichen Plattenladen mehr und diesen Umstand fand Sebastian Madsen sehr ärgerlich und wünschte sich „einen neuen CD Laden in Lüchow“, denn bei MiniMal, ähm REWE, könne man nicht gut CDs kaufen.

So endet mein erstes indirektes und nicht ganz korrektes Live-Erlebnis in einer großen Überraschung, denn ich hätte nie gedacht, dass mir „Madsen“ so gefallen können, denn bis dato habe ich diese Band sehr sporadisch und nachlässig gehört, und bis auf 2 Lieder gefiel mir keins. Jedoch, wie so oft festgestellt, ist „Madsen“ eine Live-Band … aber ich werde mich in Zukunft öfter durchringen mir mal öfter ein Lied zu Gemüte zu führen.

Soviel dazu … Ein Festival das im Grunde keines war. Bands die die meisten im Grunde nicht kannten (lokale Schülerband und absolute Indie-Newcomer, gefühlt) und einem Headliner der nicht hätte passen können. Nach viel Hin und Her kam Madsen nun doch und rockte den Busbahnhof! Ohne diese Band wäre dieses Ereignis in den schwarzen Annalen unserer Stadt eingegangen. Vielen Dank für die Rettung an die herrliche Band „Madsen“! Ein danke auch an „Herrenmagazin“ die einen so schlechten Klang nicht haben. Und letztendlich viel Erfolg und Besserung an „2 Laid“. Bisschen mehr Erfahrung und es könnte echt genial Enden. Respekt btw an die Frontfrau in Blond … ich fand dich klasse!

Auf Wiederlesen.

Mein Lieblingslied dieser Band!
Madsen - Du schreibst Geschichte (PV):


Live:


Keine Kommentare: