Freitag, 16. November 2007

初雪 ~はつゆき~ Hatsuyuki, der erste Schnee…

…fiel diese Woche in dem beschaulichen kleinen Städtchen Lüchow. Mit dem ersten Schnee kamen erste weiterführende Gedanken die weg von dem Vergangenen führten. Der Schnee draußen der mich beflockte wusch mir einige meiner inneren Zweifel weg und schuf so platz für Antworten und Fragestellungen die meine Zukunft betreffen und somit wichen die Fragen zum passierten, die ich eh nicht bzw. niemand hätte beantworten können, den neuen wegweisenden Fragen. Darunter haben sich jedoch Attribute wie Umsicht und Rationalität zuschneien lassen, denn ich bin in letzter Zeit recht abwesend und unkonzentriert. Ich rede ohne zu denken ich handle auf Geheiß und meist ohne Selbstantrieb. Ich habe mich regelrecht im Labyrinth der Gedanken verrannt und finde trotz Spurt kein schnelles und leichtes Ende bzw. einen bequemen Ausgang.

Schnee ist wie Regen für mich ein Ventil um einigen unbequemen Gedanken Freiraum zuzusprechen. Es befreit und reinigt mich. Ich mag solche melancholisch anmutenden Atmosphären und diese beflügeln mich zu gedanklich akrobatischen Höchstleistungen. Ich verspüre den Drang alles was mir so in den Sinn kommt niederzuschreiben aber zugleich überkommt mich Unlust irgendetwas zu tun und weiter, diesen Spektakeln zuschauend, in Gedanken zu schwelgen. Zwar mutiere ich in diesen Phasen zu einer nutzlosen Biomasse aber es ist für mich das wie für manch andere der wöchentliche Kirchgang.

Apropos habe ich beschlossen nun regelmäßiger die Kirche zu besuchen, denn es wirkt ertragbar dosiert echt beruhigend und so eine kostenlose Märchenstunde ist echt was Feines. Es werden neue Wege aufgezeigt und Blickwinkel erläutert die Menschlichkeit in den Fokus rücken. Dieser fast aufklärirische Aspekt ist für mich mittlerweile die einzige Daseinsberechtigung der Kirche. Wegen dem Gefasel über irgendwelchen Weisen die vor tausenden was niederschrieben um einem Wesen macht zuzusprechen das allem Übel trotz und einem dabei hilft seinen eigenen Fußabtreter zu reinigen brauche ich keine Kirche. Mit gesundem Menschenverstand weiß das jeder selbst. Sicher vergisst man und die Kirche hilft sich zu erinnern aber der Weg zum selbst denken und handeln und nicht eine dritte „Person“ vorzuschieben ist für mich viel erstrebenswerter. Nuja, soviel dazu.

Demut, Liebe und Gerechtigkeit sind „Fähigkeiten“ die jeder für sich selbst erlernen muss und dabei kann Kirche nur Ideengeber und Wegweiser sein wobei allerdings einige der Kirche eine größere Rolle zuteil werden lassen und diese Art von Fremdbestimmung tut, in meinen Augen, nicht gut.

Zurück zum Thema.
Die Phänomene Schnee und Regen sind für mich Sinnbild von Reinigung. Das Antlitz diverser Menschen wird, insofern sie sich darauf einlassen, gewaschen. In mir rekelt sich alles und beginnt sich zu regen und ein nächstes Kapitel aufzuschlagen. Ich gehe nun Schritte vorwärts. Zwar mühevoll aber dafür umso bewusster. Ich nehme den tag nicht mehr so wie er kommt, sonder erlebe ihn. Ich bin sehr glücklich darüber, dass mein Vater dieses Jahr noch Schnee sehen konnte. Ich hätte zu gerne Mal in seine Gedankenwelt geblickt aber nun zu spät.


Übrigens kam mein gewonnener orangefarbener Balisto iPod auch diese Woche und ich war erstaunt zu sehen wie klein das Teil doch ist. Hätte ich nie gedacht. Was mein Vater dazu wohl gesagt hätte xD … zwar nervt es das man immer ein externen Player braucht um Musik drauf zu spielen aber er tut seine Arbeit zufrieden stellend. Damit auf Wiederlesen.

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