Montag, 12. November 2007

Die Nachhaltigkeit…

…der Gedanken welche in meinem Kopf umherschwirren und eine Frage nach der Nächsten aufwerfen wodurch wiederum Sorgen und Zweifel genährt werden. Fragen wie zum Beispiel „was wird wenn…?“ oder „wieso kam es so…? oder „weshalb hat man…?“ drängen sich mir fortwährend auf ohne das ich es möchte und unterbrechen so meinen spurt. Ich drehe mich umher und laufe gedankliche Schlangenlinien die das Ziel immer mehr von mir entfernen. Gedanken an zukünftige Ereignisse die mein Vater nicht mehr miterleben kann stimmen mich bedrückt. Gedanken, dass es hätte anders laufen können machen mich fast wütend. Gedanken die Vorwürfe aufkommen lassen zeigen mir immer wieder meine Hilflosigkeit auf an der ich nichts ändern kann, vorerst. Es ist ein Hickhack in mir. Ich weiß, dass man sich über solche Sachen keine Gedanken, jedenfalls nicht zu lange, machen sollte. Ich bin mir auch bewusst das es nichts bringt über das „was wäre wenn“ zu philosophieren. Jedoch hilft das mir mehr als alles passierte auf eine höhere Ebene zu „verbannen“ wo man sich alles so fein und leicht mit „es geht im dort wo er jetzt ist besser“ oder „es sollte so sein“ erklären kann ohne etwas zu hinterfragen nur damit es einem leichter fällt damit fertig zu werden.

Ich hinterfrage und möchte Antworten auch wenn sie hin philosophiert sind. Ich will, wenn auch nur im Ansatz, die Gedankenwelt meines Vaters verstehen und nicht mit fast anmutendem Desinteresse auf ein anderes Level schieben. Gewisse Fragen werden für immer ungeklärt bleiben aber meiner Meinung nach sollte man sich diese Fragen trotzdem stellen und versuchen dahinter zu kommen warum er so gehandelt hat wie er es letztendlich hat. Man zeigt Interesse an den Taten und am Leben. Man beschäftigt sich mit der Person. Dieses alles ist in meinen Augen humaner und „gesünder“ als den verblichenen in eine von rot gewischten Augen gesehen „schönere Welt“ zu schicken und alles mit Floskeln abzutun die einem zwar ein gewisses Seelenheil geben man sich aber unterbewusst fragt ob diese Welt überhaupt „schöner“ ist. Sicherlich kann’s beruhigend sein wenn man sich sagt, „er kann dort wo er nun ist alles machen was er möchte und dabei geht’s ihm gut“. Bis zu einem gewissen grad tue ich dieses ja auch aber es soll ja Leute geben die damit die ganzen Geschehnisse kommentieren und das ist, wie ich finde, einfach zuviel und unangebracht. Man schiebt es weg. Man will damit in gewisser Weise nichts mehr zu tun haben. Das ist unfair und abweisend. Auch das zitieren von zig Sprüchen und Redewendung aus der „heiligen Schrift“ macht dieses nicht besser. Damit gibt man die Sichtweise dritter wieder die der eignen evtl. recht nahe kommt aber es ist und bleibt unpersönlich. Nu ja, jedem das seine. Ich habe nichts gegen Leute die sich daran klammern und danach aufrichtig behaupten es ginge ihnen besser. Ich habe nur etwas gegen diesen missionarischen Aspekt etwas der manche dieser Leute dazu bringt diese Floskeln an andere zu tragen und meinen damit etwas Gutes zu tun. Mir jedenfalls haben die Sätze á la „es sollte so sein“ und „es ist gut so“ nicht geholfen. Mich haben sie genervt und ehrlich gesagt angekotzt.

Was ist bitteschön daran gut wenn jemand stirbt, egal wie. Vielleicht ist es echt ein schöner Tod von jetzt auf sofort ohne etwas zu merken umzufallen und nie wieder aufzustehen aber für mich ist dieser Gedanke schmerzhaft und bedrückend. Ich möchte wissen und bewusst nachhaltig handeln. Er hat sein Leben so gelebt wie er es wollte und das bis zur letzten Sekunde. Schön und gut. Aber ich bin mir sicher, dass er noch soviel hätte machen, erledigen und erzählen wollen bevor es passiert und dazu gab man ihm nicht die Möglichkeit. Und wieso sollte es so sein? Wer entscheidet das? Wer nimmt sich das Recht dazu? Aber natürlich, die Schuld bzw. die Verantwortung trägt immer jemand anderes. Jemand der an allem Schuld ist was wir uns kleinen Menschen nicht genau erklären können oder wollen. Jemand der über allem steht. Am besten hat immer wer anderes die Hand mit im Spiel damit man selbst damit nichts zu tun hat. Zur Not tut es auch ein extraterrestrisches Wesen. Hauptsache es hat einen Namen und es ist überall und jederzeit ansprechbar. Das macht es ungemein leichter als bei sich selbst nach möglichen Fehlern zu suchen und das Geschehene so hinzunehmen und zu verarbeiten wie es letztendlich war. Ein trauriger, gemeiner Zufall des Ablebens eine Biomasse genannt Mensch. Nachlässigkeit und Gleichgültigkeit mit ein bisschen Ignoranz trotz starkem Willen und Kraft zur Hinnahme einiger Gegebenheiten trugen zu diesem Geschehen nicht gerade positiv bei. Was bleibt sind Ungereimtheiten, Fragen und Probleme in mir mit denen ich selbst fertig werden muss. Auf Wiederlesen.

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