Mittwoch, 28. November 2007

Diese penetrante Kontinuität…

…welche einige unserer Mitmenschen an den Tag legen. Ich spreche von meinen Nochvermietern, denn diese fangen morgens um knappe halb 8 an der Hausfassade rumzuwerkeln ohne bescheid zu sagen, sodass man durch Baulärm aus dem Schlaf gerissen wird. Darüber hinaus stellen die direkt vor der Haustür ein Gerüst auf ohne den obligatorischen Freigang für die Haustür zu berücksichtigen, die Folge daraus, man muss durch das Gerüst krabbeln wenn man raus oder rein möchte. Außerdem fangen die nun auch an die Wände im Innenhof zu dämmen und so liegt der ganze Hof voller Styropor (oder was Ähnliches) und heute haben die den ganzen Boden und die Wände mit Folie eingewickelt. Zudem kommen paar Gerüste damit die höheren Flächen bearbeitet werden können. Durch die Folie vom Dach zum Boden welche Wände und Türen verdeckt und mit Steinen am Boden fixiert wurde, komme ich nicht in mein „Klamottenbunker“. Gott sei dank, dass ich gestern schon für die nächsten Tage vorgestapelt habe, da ich so etwas befürchtet habe.

Na ja genug davon … irgendwann hört das bestimmt auch einmal wieder auf.
Was mich immer wieder ärgert ist die Tatsache, dass Mario immer noch nicht normal Treppen steigen kann und das Nintendo es nicht gebacken kriegt die Kamera bisschen Benutzfreundlicher zu gestalten. Aber trotz diesen Kleinigkeiten macht „Super Mario Galaxy“ mächtig Spaß. Macht euch scho0n einmal auf ein review gefasst wenn ich’s durch habe. Derzeit habe ich 32 Sterne und drei Kuppeln frei gespielt.

Auch das Rauschen im Headset zeigt seine Stetigkeit und ich meine den Hauptfehler, glaube ich, gefunden zu haben. Denn warum ist das Mikro eingeschaltet wenn man es nicht braucht … deshalb erstmal auf Stumm geschaltet und jetzt läuft’s schon knapp 30mins ohne einmal das rauschen anzufangen. Google hilft doch ab und an bissl. Die Deinstallation des Treibers veranlasst nur, dass ich die Lautstärke nicht mehr regeln kann … nervig.

Mehr wüsste ich erstmal nicht zu berichten. In letzter zeit passiert zu wenig Blogrelevantes. Nuja, damit auf Wiederlesen.

Mittwoch, 21. November 2007

Die Welt von oben...

...anmutend und wunderschön das Antlitz der weltlichen Kontinentalplatten bei Nacht beleuchtet durch die Ansammlung elektrischen Lichtes in den von Menschenhand erschaffenen Wirtschaftszentren und Städten der verschiedensten Völker auf verschiedensten Teilen der Erde.

Ja ihr habt richtig gelesen, denn ich finde die Nacht von oben einfach wunderschon. Aufgenommen und dokumentiert aus den unendlichen Weiten des Alls wird uns kleinen Menschen ein Anblick gewährt der einem, je nach Blickwinkel, eine große und erkennbar getrennte Welt zeigt. Ich möchte gar nicht allzu viele Worte verlieren und präsentiere euch die das erste Bild einer atemberaubenden Serie in Wallpaperformat in drei Größen.
Da ich "von oben" Aufnahmen sehr mag werden da über die Zeit noch einige kommen. Präferiert werden wie gesagt Nachtbilder aber auch das ein oder andere Sonnenaufgangsbild oder Tagesaufnahmen werden hier zur Schau gestellt.

So nun viel Spaß erst einmal damit. Wenn wer eine andere größe benötigt: Kommentar etc ^_~

1024*768


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1680*1050

Montag, 19. November 2007

Das Bannermädel!

Mit einem Tag verpätung nun der versprochene Post zum bannermädel Sayaka Ando! Einer meiner favorisierten japanischen Modelidole. Ich sage nicht mehr und stelle nun hier ihr Profil zur Schau:
  • Name: Ando Sayaka (安藤沙耶香)
  • Spitzname: Ansaya (アンサヤ)
  • Geburtstag: 24. Mai 1981
  • Geburtsort: Miyagi
  • Blutgruppe: A
  • Größe: 167cm
  • Brust: 84cm
  • Taille: 55cm
  • Hüfte: 84cm
  • Hobbies: Filme schauen und Musik hören
  • Besondere Fähigkeit: Tanz
  • Qualificationen: Führerschein, junior high und high school Lehrberechtigt, ausgebildete Sekretärin


Im Zwielicht…

…der Festlichkeiten stand ich Gestern dem 18.11.2007 als ich meinen Geburtstag „feierte“. Der Tag begann ruhig und angenehm. Auf dem Weg zu meiner Mutter fütterte ich Enten währenddessen ich entspannender Musik lauschte. Nach nur drei Stunden schlaf stand ich recht früh auf um in die Kirche zu gehen und mir dort ein bisschen „kostenloses“ Seelenheil zuteil werden zu lassen. Allerdings war der Pastor äußerst Contraproduktiv, denn dieser gestaltete seine Predigt so elanvernichtend, dass ich hart mit dem Drang zum Restschlaf kämpfte. Nach der Kirche frühstückten wir und folgend genoss ich endlich mal wieder das Onlinesein mit dem DS. Als dann so die zeit verstrich und man die Großeltern mütterlicherseits zum Kaffee erwarteten schlief ich währenddessen mein Bruder am PC daddelte. Plötzlich kam meine Mutter herein und sagte aufgekratzt, dass ihrem Vater also unser Opa es nicht gut ginge und er verwirrt in seinem Haus stünde ohne zu genau zu wissen wo er ist und wer er ist. Dazu nackt mit Rettungswagen vor der Tür. Natürlich fuhr meine Mutter sofort dorthin um bei ihrem Vater zu sein. Kurz darauf kam der erste Gast der jedoch erwartete das seine Schwester und seine Mutter schon da wären die allerdings eine knappe Stunde vorher eine Verspätung ankündigten. So verbrachte man die Zeit mit Smalltalk und Physikgeschwafel bis dann meine Mutter mit ihrer Schwester und Mutter im „Schlepptau“ zur Tür hereinkam und uns mitteilte das unser Opa nun im Krankenhaus läge da er zwei Tage ohne Schlaf du Heizung in seinem haus umher geirrt sei. Die Stimmung war dem entsprechend niedrig. Jedoch nahm’ ich es gefasst, denn von mir aus hätte ich meinen Geburtstag dieses Jahr eh abgesagt aber meine Mutter bestand darauf ich ihn zu zelebrieren da mein Vater als „letzten Wunsch“ äußerte mit mir eine große Schokotorte mit einer riesigen 21 drauf zu essen. Später kamen dann auch die Schwester und Mutter vom ersten Gast (Cousin, Cousine und Mutter). Mit eintreten dieser Personen verschwanden meine Mutter samt Schwester und Mutter wieder um etwas Genaueres im Krankenhaus zu erfahren. So unterhielt man sich über diverse Belange und zukünftige Planungen. Alles in allem der tumultigste Geburttag meine bisherigen Lebens. Dieses Jahr will auch einfach mit einem GAU enden also fand ich mich damit recht schnell ab. Groteske Weise war dieser beschattete Geburtstag der „Ertragreichste“ … ich erhielt unter anderem rund 70 Ü-EI Überraschungen, sprich das Innere ohne die Schoki xD

Trotz des eigentlich feierlichen Ereignisses fühle ich mich so zerdrückt wie selten zuvor. Der seit Monaten geplante und einigen Personen versprochene Eintrag zu meinem Bannergirl kommt allerdings sofort auf diesen Beitrag folgend. Also stay tuned.

Auf diesem wege nochmal ein großes herzliches Danke an alle die mir gratulierten!!!

Freitag, 16. November 2007

初雪 ~はつゆき~ Hatsuyuki, der erste Schnee…

…fiel diese Woche in dem beschaulichen kleinen Städtchen Lüchow. Mit dem ersten Schnee kamen erste weiterführende Gedanken die weg von dem Vergangenen führten. Der Schnee draußen der mich beflockte wusch mir einige meiner inneren Zweifel weg und schuf so platz für Antworten und Fragestellungen die meine Zukunft betreffen und somit wichen die Fragen zum passierten, die ich eh nicht bzw. niemand hätte beantworten können, den neuen wegweisenden Fragen. Darunter haben sich jedoch Attribute wie Umsicht und Rationalität zuschneien lassen, denn ich bin in letzter Zeit recht abwesend und unkonzentriert. Ich rede ohne zu denken ich handle auf Geheiß und meist ohne Selbstantrieb. Ich habe mich regelrecht im Labyrinth der Gedanken verrannt und finde trotz Spurt kein schnelles und leichtes Ende bzw. einen bequemen Ausgang.

Schnee ist wie Regen für mich ein Ventil um einigen unbequemen Gedanken Freiraum zuzusprechen. Es befreit und reinigt mich. Ich mag solche melancholisch anmutenden Atmosphären und diese beflügeln mich zu gedanklich akrobatischen Höchstleistungen. Ich verspüre den Drang alles was mir so in den Sinn kommt niederzuschreiben aber zugleich überkommt mich Unlust irgendetwas zu tun und weiter, diesen Spektakeln zuschauend, in Gedanken zu schwelgen. Zwar mutiere ich in diesen Phasen zu einer nutzlosen Biomasse aber es ist für mich das wie für manch andere der wöchentliche Kirchgang.

Apropos habe ich beschlossen nun regelmäßiger die Kirche zu besuchen, denn es wirkt ertragbar dosiert echt beruhigend und so eine kostenlose Märchenstunde ist echt was Feines. Es werden neue Wege aufgezeigt und Blickwinkel erläutert die Menschlichkeit in den Fokus rücken. Dieser fast aufklärirische Aspekt ist für mich mittlerweile die einzige Daseinsberechtigung der Kirche. Wegen dem Gefasel über irgendwelchen Weisen die vor tausenden was niederschrieben um einem Wesen macht zuzusprechen das allem Übel trotz und einem dabei hilft seinen eigenen Fußabtreter zu reinigen brauche ich keine Kirche. Mit gesundem Menschenverstand weiß das jeder selbst. Sicher vergisst man und die Kirche hilft sich zu erinnern aber der Weg zum selbst denken und handeln und nicht eine dritte „Person“ vorzuschieben ist für mich viel erstrebenswerter. Nuja, soviel dazu.

Demut, Liebe und Gerechtigkeit sind „Fähigkeiten“ die jeder für sich selbst erlernen muss und dabei kann Kirche nur Ideengeber und Wegweiser sein wobei allerdings einige der Kirche eine größere Rolle zuteil werden lassen und diese Art von Fremdbestimmung tut, in meinen Augen, nicht gut.

Zurück zum Thema.
Die Phänomene Schnee und Regen sind für mich Sinnbild von Reinigung. Das Antlitz diverser Menschen wird, insofern sie sich darauf einlassen, gewaschen. In mir rekelt sich alles und beginnt sich zu regen und ein nächstes Kapitel aufzuschlagen. Ich gehe nun Schritte vorwärts. Zwar mühevoll aber dafür umso bewusster. Ich nehme den tag nicht mehr so wie er kommt, sonder erlebe ihn. Ich bin sehr glücklich darüber, dass mein Vater dieses Jahr noch Schnee sehen konnte. Ich hätte zu gerne Mal in seine Gedankenwelt geblickt aber nun zu spät.


Übrigens kam mein gewonnener orangefarbener Balisto iPod auch diese Woche und ich war erstaunt zu sehen wie klein das Teil doch ist. Hätte ich nie gedacht. Was mein Vater dazu wohl gesagt hätte xD … zwar nervt es das man immer ein externen Player braucht um Musik drauf zu spielen aber er tut seine Arbeit zufrieden stellend. Damit auf Wiederlesen.

Montag, 12. November 2007

Die Nachhaltigkeit…

…der Gedanken welche in meinem Kopf umherschwirren und eine Frage nach der Nächsten aufwerfen wodurch wiederum Sorgen und Zweifel genährt werden. Fragen wie zum Beispiel „was wird wenn…?“ oder „wieso kam es so…? oder „weshalb hat man…?“ drängen sich mir fortwährend auf ohne das ich es möchte und unterbrechen so meinen spurt. Ich drehe mich umher und laufe gedankliche Schlangenlinien die das Ziel immer mehr von mir entfernen. Gedanken an zukünftige Ereignisse die mein Vater nicht mehr miterleben kann stimmen mich bedrückt. Gedanken, dass es hätte anders laufen können machen mich fast wütend. Gedanken die Vorwürfe aufkommen lassen zeigen mir immer wieder meine Hilflosigkeit auf an der ich nichts ändern kann, vorerst. Es ist ein Hickhack in mir. Ich weiß, dass man sich über solche Sachen keine Gedanken, jedenfalls nicht zu lange, machen sollte. Ich bin mir auch bewusst das es nichts bringt über das „was wäre wenn“ zu philosophieren. Jedoch hilft das mir mehr als alles passierte auf eine höhere Ebene zu „verbannen“ wo man sich alles so fein und leicht mit „es geht im dort wo er jetzt ist besser“ oder „es sollte so sein“ erklären kann ohne etwas zu hinterfragen nur damit es einem leichter fällt damit fertig zu werden.

Ich hinterfrage und möchte Antworten auch wenn sie hin philosophiert sind. Ich will, wenn auch nur im Ansatz, die Gedankenwelt meines Vaters verstehen und nicht mit fast anmutendem Desinteresse auf ein anderes Level schieben. Gewisse Fragen werden für immer ungeklärt bleiben aber meiner Meinung nach sollte man sich diese Fragen trotzdem stellen und versuchen dahinter zu kommen warum er so gehandelt hat wie er es letztendlich hat. Man zeigt Interesse an den Taten und am Leben. Man beschäftigt sich mit der Person. Dieses alles ist in meinen Augen humaner und „gesünder“ als den verblichenen in eine von rot gewischten Augen gesehen „schönere Welt“ zu schicken und alles mit Floskeln abzutun die einem zwar ein gewisses Seelenheil geben man sich aber unterbewusst fragt ob diese Welt überhaupt „schöner“ ist. Sicherlich kann’s beruhigend sein wenn man sich sagt, „er kann dort wo er nun ist alles machen was er möchte und dabei geht’s ihm gut“. Bis zu einem gewissen grad tue ich dieses ja auch aber es soll ja Leute geben die damit die ganzen Geschehnisse kommentieren und das ist, wie ich finde, einfach zuviel und unangebracht. Man schiebt es weg. Man will damit in gewisser Weise nichts mehr zu tun haben. Das ist unfair und abweisend. Auch das zitieren von zig Sprüchen und Redewendung aus der „heiligen Schrift“ macht dieses nicht besser. Damit gibt man die Sichtweise dritter wieder die der eignen evtl. recht nahe kommt aber es ist und bleibt unpersönlich. Nu ja, jedem das seine. Ich habe nichts gegen Leute die sich daran klammern und danach aufrichtig behaupten es ginge ihnen besser. Ich habe nur etwas gegen diesen missionarischen Aspekt etwas der manche dieser Leute dazu bringt diese Floskeln an andere zu tragen und meinen damit etwas Gutes zu tun. Mir jedenfalls haben die Sätze á la „es sollte so sein“ und „es ist gut so“ nicht geholfen. Mich haben sie genervt und ehrlich gesagt angekotzt.

Was ist bitteschön daran gut wenn jemand stirbt, egal wie. Vielleicht ist es echt ein schöner Tod von jetzt auf sofort ohne etwas zu merken umzufallen und nie wieder aufzustehen aber für mich ist dieser Gedanke schmerzhaft und bedrückend. Ich möchte wissen und bewusst nachhaltig handeln. Er hat sein Leben so gelebt wie er es wollte und das bis zur letzten Sekunde. Schön und gut. Aber ich bin mir sicher, dass er noch soviel hätte machen, erledigen und erzählen wollen bevor es passiert und dazu gab man ihm nicht die Möglichkeit. Und wieso sollte es so sein? Wer entscheidet das? Wer nimmt sich das Recht dazu? Aber natürlich, die Schuld bzw. die Verantwortung trägt immer jemand anderes. Jemand der an allem Schuld ist was wir uns kleinen Menschen nicht genau erklären können oder wollen. Jemand der über allem steht. Am besten hat immer wer anderes die Hand mit im Spiel damit man selbst damit nichts zu tun hat. Zur Not tut es auch ein extraterrestrisches Wesen. Hauptsache es hat einen Namen und es ist überall und jederzeit ansprechbar. Das macht es ungemein leichter als bei sich selbst nach möglichen Fehlern zu suchen und das Geschehene so hinzunehmen und zu verarbeiten wie es letztendlich war. Ein trauriger, gemeiner Zufall des Ablebens eine Biomasse genannt Mensch. Nachlässigkeit und Gleichgültigkeit mit ein bisschen Ignoranz trotz starkem Willen und Kraft zur Hinnahme einiger Gegebenheiten trugen zu diesem Geschehen nicht gerade positiv bei. Was bleibt sind Ungereimtheiten, Fragen und Probleme in mir mit denen ich selbst fertig werden muss. Auf Wiederlesen.

Samstag, 10. November 2007

In der Schwebe…

…schwanke ich zurzeit umher ohne zu wissen wo das wirkliche Vorn ist geschweige denn wie man den Weg zurückgeht. Ich habe an einem einzelnen Tag soviel zu tun wie sonst noch nie in meinem Leben … dieses plötzliche und unbekannte was mich derzeit quält ist echt unheil für meinen Geist. Ein Amtgang hier ein anderer dort. Einen Antrag dort und einen hier. Verbunden damit diese hoffnungslose Verplantheit diverser Ämter die toten Menschen immer noch in die Taschen greifen wollen obwohl sie de facto von dem Ableben bescheid wissen. Also Mittelschichtler wird man für alles zur Kasse gebeten und man sollte ja nicht den Mund aufmachen und seine Meinung sagen geschweige denn einigen „Beamten“ sagen wie plöhd die sind. Jedoch dürfen die Ämter auf einem rumtrampeln wie’s ihnen passt und die Ehre der von uns gegangen besudeln sodass diese in ihrem Grab nonstop rotieren müssten. Mal ehrlich, Unterhaltsforderungen bzw. –rückforderungen an einen toten zu richten ist echt übel … es scheint die eine Hand echt nicht zu wissen was die Andere treibt. Und so was nennt sich ‚perfekte’ Bürokratie. Eine bürokratische Demokratie die überall Grenzen zieht und selbst diese, ihre eignen Grenzen, ständig übertritt sollte einmal auf sich selbst schauen anstatt sich weltweit profilieren zu wollen. Nuja … ich als kleiner 08/15 Mensch kann daran nur alle 4 Jahre sehr geringfügig etwas daran ändern von daher wollte ich das jetzt hier nur mal kurz von mir los schreiben und hiermit beenden. Ich denke alles Weitere kann sich jeder denken der ansatzweise die Amtmethoden und so weiter kennt.

Da das Ereignis schon ca. 2 Wochen zurückliegt hat sich auch schon einiges gelegt. So nimmt mein Auszug immer größere Formen an obwohl ich noch daran zweifele ob ich auch ausreichend Unterstützung kriege … ich trau den Staatsorganen die sich dafür zuständig fühlen nicht wirklich weit über den Weg.
Außerdem redet man schon etwas lockerer über das Geschehnis. So scherzt man sogar schon wieder auch wenn manchmal unbewusst und ungewollt. So redet man über erziehungstechnische Versäumnisse und meine Mutter meinte dazu „beschwer dich bei deinem Vater“ … Schuldzuweisungen und Sündenbocksuche sind des Menschen Seelenheil also nicht weiter tragisch ^^’
Auf der Suche nach der Schrotflinte meines Vaters (hat damals jägersche Tätigkeiten ausgeübt) sagte ich als man sie nicht fand „ruf ihn doch an und frage“. Das ist alles so schnell dahingesagt und man merkt erst danach dass es nicht mehr geht. Jedenfalls ist dieses in meinen Augen der Verarbeitung dienlich und somit nichts Verwerfliches.

Ich hatte noch mehr zu erzäheln aber mir ist’s schlicht und ergreifend entfallen. Der recht spontane Friedhofsbesuch eben hat alles weggeweht. Dann eben ein anderes Mal ^_~
Auf Wiederlesen.

Dienstag, 6. November 2007

…Man steht Samstags recht früh auf um den Wocheneinkauf zu tätigen und da ich das meinen Vater nicht alleine machen lassen will, da ich sonst die Woche verhungern würde, stehe auch eben ich zu diesen fast unchristlichen Zeiten auf. Es war nix besonderes, ich wusch mich, zog mich an und guckte bissl im netz und dann ging’s auch schon los. Pfand eingelöst, Proviant und Zutaten für das Wochenendessen gekauft. Eine knappe Dreiviertelstunde später frühstückte man und unterhielt sich so über dies und das. Doch da ich mich unwohl fühlte und meine Nase ein ekelerregendes Gefühl in meinen ganzen Körper entsandte war ich ziemlich ruhig und schnell reizbar. Jedoch nicht der größeren Rede bedürftig, denn was tut man wenn einen Schnupfen und Kopfschmerzen plagen? Genau, Pille nehmen und schlafen gehen. So tat ich es auch am Samstag den 27. Oktober 2007 nach dem frühstück um knapp 20 vor Zwölf mittags. Da mein Vater den erwarteten Besuch einließ und ich nicht weiter stören wollte ging ohne ein Wort zu sagen. Ich war erstaunt als mich dieser Besuch um rund 20 nach Eins wach machte und mir mitteilte, dass mein Vater gestürzt sei.

Ich flitze ungewohnt schnell aus dem bett in Richtung Schlafzimmer meines Vaters wo ich ihn regungslos und mit offenen Augen und Mund erblickte. Da so etwas ähnliches schon einmal passiert war dachte ich mir, dass ich ihn wieder wachgerüttelt kriege. Aber dem war nicht so und ich wusste nicht was ich tun sollte. Da ich keinen Führerschein besitze und somit nur sporadisches Theoriewissen in Sachen Wiederbelebung habe, versuchte ich einfach meine Mutter zu erreichen. Dieses schaffte ich jedoch mehrmals nicht und so kontaktierte ich bzw. kontaktierte der Besuch den Rettungsdienst der recht schnell vor Ort war (für mich waren das aber gefühlte Stunden). Als dieser da war rief ich meinen Bruder an der dann auch kam. Man schickte mich von dem Ort an dem mein Vater lag weg, da ich mir die Wiederbelebung nicht angucken sollte, da diese doch recht heftig ausfallen würde. Kurze Zeit später kam ein Notarzt. Dieser versuchte 14 Minuten lang meinen Vater zurück ins Leben zu holen. Jedoch teilte er mir und meinem Bruder mit das er es nicht geschafft hätte und mein Vater somit verstorben wäre. Ursache war ein klassischer Sekundentod. Meine ersten Gedanken waren der Glaube, dass mich der Arzt verulkt, dem war allerdings nicht so. Die Gewissheit kam eine gute Stunde Später als der Bestatter kam und ihn mitnahm. Mittlerweile war auch meine Mutter eingetroffen die diese Nachricht durch einen Rückruf ihrerseits erfuhr und so schnell wie möglich losfuhr.

Von dem letzten Samstag im Oktober bis zum ersten Samstag im November unterhielt ich mich mit meiner Familie um zu verstehen und zu verarbeiten was geschah. Die Tatsache das mein Vater so plötzlich aus dem leben gerissen wurde ohne auch nur ein Wort mit mir gewechselt zu haben nagt immer noch ziemlich stark an mir. Mein Vater von haus aus sehr verschlossen und redete selbst bei Nachfragen nicht über seine Belange. Jedoch störte mich das auch nicht wirklich, denn wenn er nicht möchte, möchte er halt nicht dachte ich mir und beließ es dabei. Das mein Vater unter Bluthochdruck litt war mir bekannt und auch das er Tabletten dagegen schluckte war mir jahrelang bekannt. Allerdings informierte ich mich erst nach seinem Ableben darüber welches Präparat er da in sich hineinwarf.

CAPTOGAMMA

Indikation
- Bluthochdruck
- Herzmuskelschwäche auch in Verbindung mit anderen Medikamenten
- Gestörte Pumpfunktion des Herzens nach einem Infarkt
- Durch Zuckerkrankheit vorgeschädigte Nieren

Nebenwirkungen:

- EKG-Veränderungen, Herzrhythmusstörungen
- Kalium-, Chlor, Magnesiummangel im Blut
- Kalziumüberschuss im Blut
- Zucker im Blut
- Störungen im Säure-Basen-Haushalt
Zu Beginn der Einnahme sowie bei Salz- und/oder Flüssigkeitsmangel (z.B. durch Erbrechen/ Durchfall, Einnahme von entwässernden Arzneimitteln), Herzleistungsschwäche oder schwerem Bluthochdruck, aber auch bei Erhöhung der Dosierung des Arzneimittels:
- Übermäßige Blutdrucksenkung
- Schwindel
- Schwächegefühl
- Sehstörungen
- Nierenfunktionsstörungen
- Trockener Reizhusten, Atemnot können ebenfalls, wenn auch selten, auftreten
- Übelkeit, Oberbauchbeschwerden und Verdauungsstörungen
- Entzündliche Hautveränderungen
- Kopfschmerzen, Müdigkeit, Schläfrigkeit, Schwäche, Apathie
- Blutbildveränderungen
Insbesondere bei Nierenfunktionsstörungen:
- Anstieg der Harnstoff-, Kreatinin- und Kaliumwerte im Blut
- Abfall der Natriumwerte im Blut
- Anstieg von Blutzucker, Blutfettwerten, Harnsäure und Amylase im Blut
- Erhöhte Kaliumwerte auch bei Zuckerkrankheit
- Eiweiß im Urin

Dosierung
Bluthochdruck:
- Anfangs morgens und abends je 1/4 Tablette (12,5 mg Captopril) für mindestens 3 Wochen
- Wird nach dieser Zeit keine Blutdrucknormalisierung erreicht, kann die Menge auf 2mal 1/2 Tablette (50 mg) oder 1mal 1 Tablette (50 mg) pro Tag erhöht werden.
- Die maximale Menge von 3 Tabletten pro Tag darf nicht überschritten werden.

(Mein Vater nahm morgens und abends jeweils 2. Das hatte er mir gesagt als ich ihn fragte wie viele Tabletten er den schlucken würde.)



Als ich das las und so die letzten Monate resümierte bemerkte ich wie sehr mein Vater doch gelitten haben muss. Das dieses partiell auftretende Hecheln kleine Asthmaanfälle sein könnten oder, dass dieser vermehrt auftretende Süßigkeiten- und Eiskonsum etwas mit einer Störung im Zuckerhaushalt zu tun haben könnte wäre mir so nie in den Sinn gekommen. Zwar kam es mir komisch vor das er alles Salzte, und das obwohl Salz bei Blutdruckproblemen eher Contraproduktiv wirkt, aber er versicherte mir immer das im Gut ginge und es ihm ohne nicht schmecken würde. Überhaupt tat ich alles recht leichtsinnig ab und hinterfragte wenig. Nachhaltig machte ich mir zwar meine Gedanken aber er wich weitergehenden Fragen immer aus und sagte mir mit freudigem Gesicht das es ihm gut gehen würde. Damit war für mich das dann meist auch durch, da ich merkte, dass er mir eh nichts anderes antworten würde. Jetzt sage ich mir, dass ich doch schön früher hätte einen Arzt konsultieren sollen aber ich lag ihm damit immer nur in den Ohren anstatt aktiv tätig zu werden. Freunde, Familie und Bekannte sagten am Ende immer öfter und eindringlicher das er doch bitte einen Arzt aufsuchen solle. Nichtsdestotrotz ignorierte er diesen „Ratschlag“ oder schob ihn nur vor sich hin. Da man einen 52 jährigen erwachsenen Mann nicht wie ein Kind zum Arzt geleiten kann und ihm somit den Arztbesuch aufzwingen kann war uns allen klar. Vielleicht hätte man das doch aber tun sollen. Er ging nachlässig mit seiner Gesundheit um und ich war zu nachlässig ihm mehr Gehör zu schenken bzw. auf die eventuellen kleinen Anzeichen zu achten. Wenn ich Mal etwas fragte antwortete er entweder nicht oder wich dem Thema aus. Er erzählte vorwiegend von seiner Arbeit und seinem Arbeitsleben. Die Fragen nach persönlichen Themen wo eine Öffnung seines Charakters nötig gewesen wäre ließ er unbeantwortet und das schon immer. So als ob er eine Schutzwall um sich zog um ja keinem irgendwie negativ aufzufallen. Er muss in den letzten Monaten höllische Schmerzen gehabt haben aber er ließ sich nichts anmerken. Er fasste sich nie an die Brust oder verzog das Gesicht. Er äußerte nie Beschwerden außer typischen Erkältungskennzeichen.

Weitere Nebenwirkungen die allerdings sehr selten vorkommen sind Apathie und diese geht einher mit Lustlosigkeit, Appetitlosigkeit und Schlaflosigkeit (oder Schläfrigkeit). Das ihm in letzter Zeit immer mehr die Lust zu irgendwelchen Taten abhanden kam fiel nicht nur mir auf aber wir erklärten es uns damit, dass das Leben als Fernfahrer einfach anstrengend ist. Diese Erklärung diente auch dazu uns begreiflich zu machen warum er vermehrt Sitzen einschlief. Die Appetitlosigkeit die er verspürt haben muss wurde uns erst später bewusst als und seine Habseligkeiten aus seinem LKW zukamen. Den Proviant den er jedes Wochenende kaufte war nahezu vollständig unangetastet und selbst Getränke wurden uns reichlich wiedergegeben. Am Wochenende aß er jedoch völlig normal und das sogar in großen Portionen. Wahrscheinlich wieder eine Tat von ihm um keinem Sorgen zu machen und keinem zur Last zu fallen. Jetzt im Nachhinein fallen mir so viele Dinge ein die ich gefragte oder getan hätte. Warum war er par tout gegen einen Arztbesuch? Meine Mutter erzählte mir, dass die Ärzte damals als sie ihn am Rücken operierten schon sehr große Probleme hatten ihn aus der Narkose zu kriegen. Dachte er sich das er keine Bypassoperation überstehen würde, da die Sache mit dem Blutdruck über die Jahre schlimmer geworden ist. Machte er sich überhaupt Gedanken über die Nebenwirkungen etc.? Diese Frage stellt mich in ein Zwielicht der Gedankengänge, denn einerseits muss er gespürt haben was mit ihm oder in ihm vorgeht und mit diesem Wissen scheint er gewisse Unternehmungen getätigt zu haben, denn z.B. schloss er nach seinem letzten, mir bekannten Arztbesuch, eine Unfallversicherung ab und war vehement gegen eine Scheidung. Andererseits muss es ihm gleichgültig gewesen sein was passiert, denn auf die Frage wie er sich vorstellen würde wie es weitergeht oder auf die Anmerkung „Irgendwann fällst du tot um“ antwortete er nur mit „Ja und?“ oder Schulterzucken.

Am Ende bleibt mein Vater ein großes Rätsel versteckt hinter einem massiven Schutzwall. Er fraß alle Sorgen in sich hinein und ließ sich bis zuletzt keine Schmerzen egal ob psychisch oder physisch anmerken. Er handelte für sich im Geheimen um sich außen um den Schutzwall eine heile und angenehme Zufluchtsstätte zu schaffen in der unangenehmen Fragen auswich um seinen näheren Mitmenschen nicht zu schaden. Bei Beleuchtung der Familiengeschichte und Kindheit von ihm wird auch klar, dass es nie gelernt zu haben scheint seine Gefühle und Gedanken offen auszusprechen. Mit seinem älteren Bruder war ein Hoferbe in der Familie und mit seiner kleinen Schwester war die obligatorische Tochter und das Nesthäkchen der Pol der elterlichen Aufmerksamkeit. Ihm hörte eh keiner zu, da er als „mittlerer“ aus konservativem Standpunkt „unwichtig“ war und dieses verhalten behielt er bis zum Schluss bei obwohl er sich in den letzten Jahren immer mehr wandelte und versuchte diese Fesseln abzustreifen. Er lechzte nach Aufmerksamkeit und Liebe doch diese Attribute wurden ihm nicht oder höchstens sporadisch entgegengebracht. In seinem Leben war er ganze 8 Monate Arbeitslos und selbst in dieser Zeit für er nebenbei Taxi um einer Tätigkeit nachgehen zu können. Er versuchte sein ganzes Leben lang zu zeigen das auch er etwas schaffen kann und nicht nur „nutzlos“ und „unwichtig“ ist. Er machte nie freiwillig krank. Er ließ sich seinen urlaub auszahlen nur um gewissen Menschen zu zeigen, dass er tätig ist und dafür Anerkennung verdient.

Diese bekam er selbst an seinem letzten Tag zuhause von seinen Eltern nicht, denn diese blieben nicht einmal bis der Bestatter ihren Sohn ehrenvoll aus seinem Heim trug. Ich denke, dass wenn eine Mutter oder ein Vater ihren Sohn zur letzten Ruhestätte geleiten, man unendliche Trauer empfinden und auch zeigen sollte. Aber ich sehe es ja an mir selbst. Es scheint echt so etwas wie ein „Quaß’scher Fluch“ zu sein, denn Gefühle und Sorgen zeigen, aussprechen oder mit anderen zu teilen schein nicht in die Philosophie dieser Familie zu passen. Ich weine selten und wenn dann still und für mich. „Draußen“ lass ich die Tränen ohne Ton laufen und versuche dagegen anzukämpfen. Diese emotionale Abstumpfung ist nicht Gesund. Ich habe nun erlebt zu welchem inneren Schwanken und Schmerz diese in sich Gekehrtheit führt. Es nagt und frisst sich innerlich an deine Grenzen und lässt dich einknicken bis du brichst. Das kann es nicht sein. Nur an das Bild zu denken welches Andere von einem haben könnten führt zu einem fremdbestimmten Lebensstil. Es wird immer eine Gradwanderung sein was man nun zeigt, sagt und teilt aber alles für sich zu behalten leitet den Lebensweg einfach Richtung Seelen- und Herzensbruch. Ich nehme mir schon länger vor dieses zu ändern aber irgendwie scheine ich in meiner Form festzukleben und ohne Schaden werde ich aus dieser nicht rauskommen. So bedarf es Mut und Kraft diesen Schaden zu akzeptieren und ich fürchte diesen Mut und diese Kraft habe ich noch nicht.

Eines ist jedoch klar, so äußerlich abgeklärt, innerlich zerfressen und erkaltet möchte ich nicht enden. „Wer ihm noch Liebe schuldig ist möge Gott um Verzeihung bitten“ dieses tue ich hiermit und gelobe Besserung. Leider wird der Mensch erst schlau und erkennt seine Fehler wenn etwas vorgefallen und passiert ist. So auch in meinem Falle. Ich habe die nächste Lehrstufe des Lebens erklommen und das zu einem sehr hohen Preis. So bleibt mir jetzt nur noch meinem Vater „bis bald“ zu sagen und zu hoffen, dass er da wo er jetzt ist keine Schmerzen und Sorgengedanken mehr haben muss.

Mein Vater
Hans-Joachim Quaß
*25. März 1955
†27. Oktober 2007