Samstag, 22. September 2007

Warum nur…

…achten die Menschen das Leben nicht so wie es ihm gebührt? Diese fast philosophisch anmutende Frage stellt sich mir jedes Mal wenn ich ein überfahrenes und somit totes Tier auf der Straße erblicke. Ich gucke mir so was ungern an und verstehe Leute nicht, die so etwas „toll“ finden. Ich versuche den Blickkontakt mit eines zertrennten oder platten Kadaver zu vermeiden aber irgendwie kann man den Blick, ein Mal darauf gefallen, schwer wieder abwenden. Für mich ist das leben etwas sehr wertvolles und wunderbares und JEDES Lebewesen hat das Recht sein Leben so zu gestalten wie es möchte aber wenn ich dann so etwas erblicke stelle ich diese Einstellung in Frage und frage mich, warum nicht alle so denken.

Warum nur haben manche Menschen daran spaß anderes, fremdes Leben auszulöschen? Warum nur maßen sie sich so etwas an?

Ich unterstelle hier erst Mal niemandem derartiges freiwillig bzw. mutwillig zu tun aber ich weiß, dass es viele Menschen gibt die zielstrebig oder gar extra in Richtung über die Straße laufendes Tier halten um eben einen „Kick“ zu erleben. Sicherlich sind manche Geschöpfe klein und im Dunkeln schwer zu erkennen aber warum erblickte ich in letzter Zeit am helllichten Tag „frische“ Tierkadaver am Straßenrand oder gar mitten auf der Straße?

Warum musste ich 2 nebeneinander liegende Tiere Tot auf der Autobahn sehen?

Der Mensch ist biologisch gesehen auch „Nur“ ein Tier und wie jedes Tier entwickelt auch der Mensch Gewohnheiten, Gefühle und empfindet Schmerz. Nur weil „wir“ auf rationaler Ebene weiterentwickelt sind gibt es uns nicht das recht über „niedere“ Wesen zu Richten. Klar mag diese Einstellung für manche naiv und evtl. blauäugig sein aber ich denke einfach so und mir tut jedes „unnütz“ ausgelöschte Leben Leid welches ausgehaucht wurde nur weil manch anderes Wesen Langeweile hatte. Ein zu früh verwirktes Leben durch Fremdeinwirkung sollte einem. Meiner Meinung nach, immer zu denken geben.

Macht es sich die Menschheit nicht zu einfach, wenn sie ohne Anteilnahme töten oder gar diverse ähnliche Delikte in der Vergangenheit ruhen lässt, seien sie noch so groß gewesen?

Die Menschen können nur mit gutem gewissen überleben wenn sie es sich so einfach machen. Der Mensch ist von natur aus egozentrisch und auf Grund dessen gar nicht weiter fähig sich lange Gedanken über fremdes leben zu machen. Und wenn nicht jeder so veranlagt wäre, könnte man fast Mitleid empfinden aber jeder der etwas anderes meint lebt in einer rosafarbenen Traumwelt. Mir ist auch grad egal was andere über diese Einstellung denken, denn jeder hat eine Andere aber ich wollte es nur einmal zum Ausdruck gebracht haben. Nach außen hin geben sich die Menschen human und friedvoll aber eine nicht geringe Zahl von diesen Personen lüstern nach Gewalt oder ähnlichem. Hier setzt das in Japan landesweit bekannte „Honne to Tatamae“-Prinzip ein. Dieses erklärt, dass Menschen in der Gesellschaft anders denken und handeln als sie es im privaten tun. Allein die Tatsache, dass man sich mit diesem Phänomen beschäftigt zeugt von Einsicht, denn in unserer Gesellschaft wird so was ja gerne unter den Teppich gekehrt und somit als Tabuthema nicht angesprochen bzw. vergessen. So geschieht es, dass Kinder die sich von der Gesellschaft abnabeln als „komisch“ bzw. „krank“ bezeichnet werden ohne wirklich auf die Hintergründe für so ein Handeln einzugehen. Das typische Bild einer Spießergesellschaft die Andersdenken immer noch verteufelt. Man könnte es fast mit einer Masse vergleichen die nicht über ihren Horizont schauen möchte. Man könnte ja was „neues“ und „unbekanntes“ Entdecken.

Nun ja, macht euer eigenes Bild. Ich möchte hier nicht allzu weit ausholen, denn das wurde schon in unzähligen Büchern getan nur beschäftigt sich keiner damit und das rad neu erfinden ist sinnlos. Wenn euch das Thema weiter interessiert gibt es auch im netz gute Artikel und Essays. Auch im Wikipedia gibt es zu „Honne to Tatamae“ (http://de.wikipedia.org/wiki/Honne_und_Tatemae | Für einen ausführlicheren Artikel einmal ins englische Wiki switchen ^_~) einen Artikel. In diesem Sinne, auf Wiederlesen.

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