Dienstag, 25. September 2007

Die Leere die in mir…

…herrscht wenn ich ein japanisches Drama in Serie zu Ende gesehen habe ist einfach ein sehr schönes Gefühl. Wie koreanischen Dramenstreifen von der Leinwand, so faszinieren mich die japanischen Dramen aus dem TV sehr und ich sehe mir so etwas immer wieder gerne an. Die Geschichten und Schicksalsschläge die die Protagonisten durchleben sind greifbar und in mindestens einem Aspekt auf sich selbst übertragbar, weshalb man immer mitfiebert und sich vom Geschehen fesseln lässt. Es werden Schmerz, Trauer aber auch Freude unverblümt gezeigt. Zwar wird in diesem Prozedere manchmal absichtlich stark auf die Tränendrüse gedrückt aber das stellt einfach nur den Höhepunkt in fokussierter und intensivster Form dar.

Bei mir geht das soweit, dass ich echt Sturzbäche vergieße wenn ein an Sonnenallergie leidendes Mädchen stirbt, bevor sie den letzten Schritt gehen kann um ihren Traum zu erfüllen (Taiyou no Uta) oder wenn ein an Herzleidende Frau auf eine Transplantation wartet und sich am Ende herausstellt das ihr Spender ihr geliebter war der auf dem Weg zu ihr ins Krankenhaus tödlich angefahren wurde (Summer Snow). Solche Geschichten nehmen mich einfach sehr mit und ich liebe diese Produktionen weil sie einem aufzeigen wie zerbrechlich das leben doch ist und wie schnell sich Glück in Unglück wandeln kann. Die Lehrsätze, die diese Serien oder Filme an den Zuschauer tragen sind nicht von moralischer Natur, sondern hinterfragen einfach die eigene Emotionswelt. So fragt man sich, ob wieso die Polizei einen tauben Jungen schlägt der nur versucht seinen Freund von einem Verbrechen abzuhalten. Wäre das nicht schon kontrovers genug, treibt es der Regisseur und das Script von „Summer Snow“ noch weiter, denn da der Junge den Befehlen der Polizei nicht folge leistete (da er sein Hörgerät im Gerangel verloren hatte und die Anweisungen somit nicht hörte) wird er der Behinderung der Pflichten staatlicher Ordnungshüter bezichtigt und somit von der Schule geschmissen woraufhin sein Traum Lehrer zu werden platzt. Jedoch finden die Macher einen Weg dieser Geschichte ein Happy End zu geben, da das Übel im letzten Moment durch Einsicht seitens der Polizei abgewendet wird.

Japanische Dramen fassen durchschnittlich meist 12 Episoden welche je knappe 45 Minuten andauern. In meine Augen ein perfekter Umfang um intensive und zum Nachdenken anregende Geschichten in sich aufzusaugen. Ich habe es mir angewöhnt diese Serien an einem Stück durchzugucken, da sie sich meiner Meinung nach erst als Gesamtkunstwerk entfalten und somit die Wirkung die durch Charakterentwicklung und Handlungsstränge erzeugt wird einen viel nachhaltiger beeinflusst. Ich fühle mich nach solchen Serien immer sehr beruhigt und ich denke noch sehr lange nach dem ende der Serie über eben dieses nach. Meist werfen die letzten Episoden dieser Serien moralische und humane Fragen auf, auf die man sich selbst erstmal eine Meinung bilden muss um dann auf eine Antwort zu kommen und somit die evtl. enthaltene Gesellschaftskritik zu verstehen.

Ich kann nur jedem Empfehlen sich einmal so eine Serie oder einen Film (von denen es hier auch schon paar auf DVD gibt) anzusehen.
Nachfolgend Wikis von Taiyou no Uta und Summer Snow (in englischer Sprache):
http://wiki.d-addicts.com/Taiyou_no_Uta
http://wiki.d-addicts.com/Summer_Snow

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