Samstag, 28. März 2015

Harmonious

Es zieht nicht wie Wolken, eher wie ein roter Faden. Das Gefühl vorwärts zu gelangen wäre im wahrsten Sinne ein Schritt nach vorne; so bleibt mir nur der Blick nach oben (und irgendwie sieht man immer dasselbe...)
Da glaubt man (ja, Glaube...), es ginge mal gut voran, endlich aber dann überrundet man sich doch wieder selbst und alles geht praktisch von vorne los. Sprichwörtlich die der eine Schritt nach vorne und dann die obligaten zwei zurück. 
Mein letzter Post ist ja schon einiges her aber auf den verweise ich mal. Das was ich geografisch unter einigen Anstrengungen in nahezu steter Regelmäßigkeit bewege (also mein befleischtes Knochengerüst samt Habseligkeiten) ist auch irgendwie das einzige, das ich bewege. Mein selbst (allumfassend) kommt nicht zum Zuge. Eine Geißel der Zeit, Umstände und der eigenen Unfähigkeit in einigen Belangen. Sei es arbeitsbezogen, sozialverwebt oder glückstrebend; ich ziehe quasi den gesellschaftlichen Konventionen hinterher (größter Fehler EVER, macht es NIEMALS), reiße mich masochistisch gerade dann wenn die Kontaktpunkte kitten aus dem Gefüge und entrücke immer mehr der persönlichen Glückseligkeit. 

Es kommt alles zusammen und zum größten teil bin ich selbst Schuld. Ich bin fast 30 (vor zweitausend Jahren wäre ich damit alt und statistisch demnächst tot) und stelle mir jetzt immer noch die Fragen was ich will, was ich kann und warum ich es nicht schaffe beziehungsweise, was man alles könnte, wenn man hätte und wieso man nicht hat, besser gesagt wusste. Aufgeschobene Adoleszenz per Excellence (eine Errungenschaft der Postmoderne, die den "Jugendlichen" mehr Freiheit zur Selbstentfaltung geben sollte. KEINE MEDAILLE NUR MIT EINER SEITE LOL, wusste schon Hesse vor über 100 Jahren, als das voll neu war).

Habe den faden verloren. Jedenfalls eh schon genug durchgekaut. Ich kriege den Arsch nicht hoch, will eigentlich das, was ich eh nicht kriege(n kann) und alles was ich tue, ist höchstens acht Wochen cool, danach stoße ich an (meine) Grenzen; oder meine (rosa) brille fällt von meiner zu großen Nase. 

Zum Schluss aber was gute: Ich gewöhne mich nach über einem Jahr endlich an diese Stadt! Vröide! Es musste aber auch so kommen, denn ich ziehe in absehbarer Zeit nicht noch einmal um und wenn ich mich hier unter einer Brücke in meiner eigenen Scheiße wärmen muss. Wie Freunde finden klappt weiß ich aber bis heute nicht, langsam habe ich mich auch damit abgefunden, vielleicht ist der Zug abgefahren. "Ein Jahr ist lang" hörte ich letztens erst, dabei empfinde ich es als paar Monate, Ostern und Weihnachten liegen quasi gefühlt in derselben Jahreszeit (global warming macht's bald möglich, ich sag's euch und dann, Heureka, wird das Leben ein Fest!)

Naja, wieder nur "Geheule" aber irgendwie ist der Blog primär auch dafür da. Entschuldigt. Auf Wiederlesen! <3 comment-3--="">

Freitag, 28. März 2014

Quer durchs Land

Da ich das schon länger einmal für mich selbst verdeutlichen wollte und ich ja hier auch schon öfter davon sprach, dass ich quasi vagabundierend bin, dachte ich, ich mache da mal eine schicke Karte. Das wichtigste steht in der Karte selbst, weshalb ich die Stationen und Abläufe hier nicht noch einmal im Fließtext ausbreiten will.

Und man (= ich) glaubte gar nicht, dass ich jemals so viel von unserem schönen land sehen würde. Ernsthaft, während meiner Zeit in der niedersächsischen Einöde war ich davon überzeugt, mein Dasein ortsverwachsen zu fristen. Um dem dann doch zu entkommen griff ich nach dem nächsten Faden der sich mir anbot und das war ein Studium in einer größeren Stadt. Welches Studium war mir eigentlich vollkommen egal, denn ich bin nahezu generell ohne Leidenschaften und tue das, was ich eben gerade tun muss. Das dann auch oft gut, weil ich mich im Laufe der Zeit - zumindest partiell - für die Dinge begeistern kann (deshalb voll die probs bei "Was willst du denn mal machen?" etc. lol).

Nun denn, dort das Studium begonnen, ein neues Hobby entdeckt, über dieses dann bei einem Treffen meine Freundin kennen gelernt; Anfang.
Gutgläubig positiv und stückweit Naiv aufgrund der Perspektive die fernbeziehung etwas abzumildern zum Master (den man im meinem Fach machen sollte, so sagte man mir vorsichtshalber) ins dichtbesiedelte Rheinland gezogen. Symbiose: Freundin näher dran und durch das Hobby (sowie der Humanakkumulation) schon bereits einige Kontakte/Freunde dort; Intensivste Phase.

Nach dem erfolgreichen Abschluss des Studiums das unsagbare Schwein gehabte, nach über 70 Bewerbungen und zwei Gesprächseinladungen eine Stelle zu erhalten; erneuter Umzug. Während all dem begann meine Freundin ihr Studium an der Ostseeküste (diverse Umstände; andere Geschichte).
Da ich partout nicht noch ein Jahr oder länger vakant vom Staat leben und mich mehr oder minder subtil dem Bürokratendruck/-stress aussetzen wollte, nahm ich die glückliche Fügung an und zog unter großen (finanziellen wie sozialen) Anstrengungen nach Südhessen.

Perspektive: Studienwechsel von ihr in die Nähe. Problem: meine Befristung und evtl. (vom Amt aufgezwungene bundesweite Stellensuche) Arbeitsortwechsel. Man kommt irgendwie nie zur Ruhe. Aber der Großteil der modernen Gesellschaft mag das wohl so und befeuert das ja auch noch #hurra.

So finde ich mich nun innerhalb von sechs Jahren in der dritten Großstadt. Ich habe verlernt, was "Ortsverbundenheit" bedeutet. Soziale Gefüge entfernen sich auch immer mehr; nicht nur aufgrund der Distanz, sondern auch durch die immer steigenden Verpflichtungen (für die man kaum einen Lohn, geartet wie auch immer, erhält). 

Man sage mir noch mal, ich sei negativ. Bei dem Weg und den Erfahrungen bin ich das positive Denken in Person :D (Handle jedoch für mich erfahrungstechnisch gefußt nach für mich realen Möglichkeiten, die mittels meiner Geschichte eher negativ perspektiviert sind, weshalb ich eher davon ausgehe; leise anders hoffe und bei einer kleinen Bewahrheitung mich sogar auch freue!)

Abschließend: Ich hoffe es bessert sich mal und ich werde nicht mit sehr nahe an die Dreißig noch so situiert sein. Ich möcht endlich mal mehr, sei es persönlich oder "beruflich". SO langsam erkenne ich selbst, dass ich bisher unmengen viel Erfolg hatte (wenn ich meine Herkunft und Fundamente so betrachte). Die auf die Waage geschippten "Misserfolge" wiegen für mich emotional aber einfach mehr derzeit. 

Ja, ich habe einen guten Abschluss (der mir bisher nichts gebracht hat und auch die nächste zeit nicht viel bringen wird). Ja, ich konnte umziehen und bin selbstständig (soweit es geht). Ja, ich habe ein Dach überm Kopf und eine Person, die hinter mir steht (ich muss aber immer genau gucken, metaphorisch-sinnbildlich gesagt).
Von daher bin ich einerseits froh aber das letzte Bisschen, das wirklich nicht viel ist (entgegen des Eindrucks möchte ich mal etwas längerfristig wo fest sein und nicht jahrelanger Dauerkunde bei der Bahn sein, wodurch mir einiges an Lebensqualität flöten geht), heutzutage aber so verdammt schwer ist, fehtl mir einfach. Und das befleckt mich. Damit auf Wiederlesen.

P.S.: Apropos Bahn. Ich bin seit sechs Jahren Bahncard50 Kunde gewesen. Diese kriegt man als armer Volontär (ja, auch nach dem Studium ist man erstmal noch "arm", es sei denn, man studierte einen der fünf guten, tollen und grandiosen Studiengänge) nicht mehr vergünstigt, weshalb ich in Zukunft abwägen muss, ob ich zur Freundin fahren kann, ohne mich dauerhaft von Brot und Wasser zu ernähren lol #vröide!

Donnerstag, 27. März 2014

Ei Gude!

Bevor es auf frankfodderisch aber "Herzlich Willkommen" hieß, musste ich aus Düsseldorf ziehen und den Stress, den das mit sich brachte fasst das Bild hier oben ganz gut zusammen. So hauste ich gut über eine Woche - die letzte Woche - in Düsseldorf.

Ich hatte Sorge, dass alles in den angemieteten Transporter passte, aber es funktionierte und es gab sogar noch Luft. Mit einiger Verspätung ging es dann los Richtung Südhessen. Umzüge empfand ich schon immer als stressig und beängstigend; ich hasse Veränderungen. Ich mag zwar spontan und ein gutes Stück flexibel sein/erscheinen (mein Lebenslauf: Wendland > Kassel > Düsseldorf > Frankfurt), aber ich schätze es sehr, wenn etwas langfristig stabil und sicher ist, sich dadurch ein gefestigtes Netz mit solider Umwelt ergibt und es einfach "läuft". 

Nichtsdestotrotz gestaltet sich mein Leben - ich bin weit über 20 - noch immer wankelmütig, unsicher und sprunghaft. Aber nuja, kann nur besser werden!

Zum Thema: Das was oben im Bild alles zu sehen ist, passte in NRW in die ca. 38m² Wohnung. Hier in Hessen habe ich 8m² weniger, dafür aber einen geräumigen keller, in dem einiges unterkam. Die Wohnung als solche ist ähnlich schick, wenn auch unvorteilhafter geschnitten, wenn man nicht nur Bett und Schreibtisch hat, sodass schon eingies an Ideenreichtum erforderlich war. An dieser Stelle noch einmal ein sehr herzliches und wertschätzendes Danke an all meine Helfer ♥


Wie bereits angesprochen mag ich es geordnet (nicht unbedingt sauber, aber eben geordnet), weshalb ich ziemlich zügig meine neue Bleibe etwas hauslicher gestalten/einrichten wollte, weshalb ich das meiste nach 24h erledigt hatte. Danach kümmerte ich mich um die nötigen Amtgänge und stellte fest, dass ich zwar in einer Großstadt beanschriftet bin, der Stadtteil an sich aber das totale Dorf ist. Lebensmittelläden so rar, wie ich es bisher nicht kannte und Postbotinnen, die sich persönlich vorstellen und dich am nächsten tag auf dem marktplatz namentlich begrüßen. Irgendwie ja süß und ein tolles Gefühl, gleich so "drin" zu sein aber die Lage ist echt gewöhnungsbedürftig.

Meine (einzige) Alternative war eine Wohnung, die ähnlich am Stadtrand lag, jedoch besser angebunden war. Dafür weniger modern und ausgestattet. So beschloss ich nach Möglichkeit lieber schicker zu wohnen und draußen mehr Weg zu haben, als kürzere Wege gehen zu müssen und dafür in meiner Wohnung total "abgeschnitten" zu sein. 

Im Grunde kann ich sehr grlücklich sein mit dem, was ich bis jetzt so erhalten und geschafft habe. Düsseldorfer Verhältnisse haben mich wahrlich verwöhnt. Ich stellte eben so bei diesem Umzug und Vorhaben fest, dass es durchaus Unterstützung für mich gibt, wasich sehr zu schätzen weiß und nie vergessen werde. 

Damit auf Wiederlesen.

P.S.: Ich habe einen (irgendwie unnötigen) Balkon!

Montag, 10. Februar 2014

Die kleinen Dinge

Diese kleinen Dinge, die nicht wirklich auffallen, selten zu Wort gebracht werden und so schlichtweg unbemerkt und unsichtbar bleiben. Doch dann kommen sie, diese Momente, in denen sich die Gelegenheit bietet, die kleinen Dinge anzusprechen (mitunter auch durch den Einfluss des Alkohols, unter dessen Einfluss ja sprichwörtlich die Wahrheit gesagt wird).

Heute war für mich so ein Tag. Betriebsfeier und knappe neun Stunden sich persönlicher auszutauschen und bei den Chefs - so kurz vor der Kündigung - mal nachzuhorchen, wie man so rüberkam und sich anstellte. So kam es, dass mir eine Kollegin, mit de rich nicht allzu oft parallele Schichten hatte, zu mir meinte, sie würde ihre Tochter gerne in meine Obhut geben. Dieser Satz freut mich wirklich sehr, denn er bestätigt erneut, was ich eigentlich schon lange weiß; ich kann gut mit Kindern und habe wohl auch auf Erwachsene eine Ausstrahlung, die das ersichtlich macht. Ich sei sympathisch und nett, man würde gerne mit mir arbeiten, auch wenn man mich noch nicht gut kennenlernen konnte.

Etwas ähnliches kam ich von einer Vorgesetzten gesagt, die vor ihrer Vorgängerin gesagt bekam, ich sei anders. Was das bedeute, konnte sie sich selbst erst erschließen, als sie meine Vorgesetzte wurde und somit in der Autoritätsrolle. Auch im Nachklang dessen bestätigte sich für mich etwas, dass ich schon wusste. Aber gerade diese Bestätigung machte mich wirklich froh; denn es scheint durchzuscheinen, das subtil gewissenhafte und eben "meine Art", von der ich allzu oft denke, sie sei eher negativ. Dies mag im praktischen Empfinden auch so sein, allerdings folgt im Abschluss (also quasi fast immer zu spät) eine positive Anerkennung, was mich freut. 

Ich mache nicht - wie viele heute es oft verlangen und eben tun - fünf Dinge halbherzig auf einmal. Ich mache eine Sache, diese aber gründlich. Genau das wäre in der Branche so "anders" und müsse anders honoriert werden. Und genau diese Andersartigkeit fiel auf und blieb im Gedächtnis. Was will ich mehr, fragte ich mich.Die dadurch entstehende Langsamkeit wird durch die Gründlichkeit wett gemacht; win.

Diese schönen Aussagen und Bestätigungen begoss ich flanierend das erste mal wirklich Alkohol trinkend in athmosphärisch kaschemmigen Kneipen. Eine zu ehrende Abschiedstour durch Düsseldorf, diejenige Stadt, die sich hiermit einen nicht zu vergessenden Status in mir verdiente. Menschlich viel gewonnen, wenn auch praktisch nur zu einem Viertel aufgewertet. Aber wie heißt es, das Innere zählt und der Reichtum dort, macht einen viel glücklicher (zumindest psychisch [gesünder]).

P.S.: Die Kehrseite, die ich ebenfalls erfuhr; sowohl in Kassel wie auch jetzt in Düsseldorf baute ich soziale Kontakte erst auf, als ich bei den letzten Atemzügen des Lebens in dieser Stadt angelangt bin und dieses Kapitel erneut etwas betrübt abschließe. Wie bereits hier im Blog erwähnt; nahezu schon eine Tradition. Auf Widerlesen.

Montag, 3. Februar 2014

Wanderlust

Es ist ja schon gefühlte Tradition. Nach drei Jahren weg aus Kassel, nun nach zweieinhalb jahren weg aus Düsseldorf. Auf nach Frankfurt! Cool, mag sich der ein oder andere denken. Ja, ich finde es auch cool und freue mich wirklich, dass ich so viel Glück habe, oder hatte.

Nichtsdestotrotz verbindet sich das bei mir immer mehr mit einem faden Beigeschmack. Ich bin es langsam Leid, umzuziehen, nirgends ein etabliertes soziales Grounding zu haben und regelmäßig das Gefühl haben zu müssen, dass ich nirgends "fest" bin. Das werde ich auch - erstmal - in Frankfurt nicht sein, denn die Stelle ist natürlich auch erst einmal wieder befristet. Aber wie sagte man mir auf dem Amt, je südlicher, umso standfester wird die ökonomische Situation und damit das Herauskristallisieren eines Lebensmittelpunktes. 

Ich möchte an dieser Stelle gar nicht lange Gedanken bezüglich finanzieller und emotionaler Sorgen oder Zweifel loswerden, denn das folg erst später. Getreu dem Motto, erst das Positive, dann das Negative. Demzufolge ein Resümee bezüglich Düsseldorf.

Ich war nun wie gesagt zweieinhalb Jahre hier, habe mehr von der Stadt gesehen als von Kassel, wo ich ein halbes Jahr länger war. Habe demzufolge auch mehr erlebt und erfahren, aber das war ja quasi gesetzt, denn als Rheinmetropole (die Düsseldorf sein will), bietet die Stadt aufgrund ihrer günstigen Lage per-se mehr, als die - im Nachhinein wirklich als "Paradies" zu geltende - nordhessische Kurmetropole. Zentral gelegen, und durch das wirklich grandiose Semesterticket als Student, hat man von Düsseldorf aus gute Verbindungen in noch größere Metropolen (Köln im Süden und Essen-Dortmund-Bochum im Norden) oder zu architektonisch wie historisch wunderschönen Städten (Bonn und Aachen).
Darüber hinaus konnte ich mich auch praktisch in Düsseldorf "leichter" weiterbilden, als es in Kassel der Fall war. Neben dem erfolgreichen Abschluss des akademischen Grades Master of Art erwarb ich etwas berufliche und studienrelevante Erfahrungen in der redaktionellen Arbeit und der journalisitischen Arbeitsweise. Auch sozial stellte sich meine Zeit hier als aktiver heraus, bedingt durch die Akkumulation von Freunden und Bekannten. Darüber hinaus wurde meine Fernbeziehung temporär zu einer Nichtfernbeziehung. Alles in allem ziehe ich ein positives Fazit aus der Zeit am Rhein. Die Kehrseite der günstig gelegenen Lage und der Menschenhäufung ist, dass man als allein Zugezogener quasi keine Kontakte hat.

Die immer rarer werdenden Stellen landen daher vemeintlich bei eher Ansässigeren, die eben das nötige Vitamin-B haben, ein unterstützendes Elternhaus für ambitioniertere Vorhaben oder schlichtweg eine größere Kenntnis der Umgebung. Kurzum: Mein Lebenslauf wird sich bald noch mehr wie derjenige eines Vagabunden lesen. Zitat: "Aber gerade das macht dich für Arbeitgeber interessant!". Damit gekonnt übergeleitet zu den oben angesprochenen Sorgen und Zweifeln.

Ich bin langsam echt müde von den ganzen ortswechseln. Lustlos, mich da erneut um alles zu kümmern. Nicht befähigt, das finanziell unbeschadet zu schaffen. Ich kriege ohne Witz Kopfschmerzen, wenn ich an die Wohnungssuche denke. Gedanken wie "Wie zahle ich die womöglich immer schwerer zu umgehende Provision/Courtage neben der obligaten Kaution?" "Dazu die erste Miete und mögliche Einrichtungsgegenstände?" "Achja, den Transport. Wagen mieten; wieder Geld." "Ah, ich kann ja nicht fahren, wen kann ich da um Hilfe bitten?" Diese Abhängigkeiten zermürben mich. Ich habe fünf Jahre - also in Regelstudienzeit - überdurchschnittlich erfolgreich studiert. Natürich keines der an einer Hand abzählbaren Fächer, mit denen man garantierten Erfolg hat, aber ich verdiene als Vollzeitkraft nahezu so viel, wie ein Auszubildender im dritten Jahr. Dabei habe ich wie gesagt schon fünf Jahre (berufsqualifizierende) Ausbildung und zwei Abschlüsse.
Das finanzielle mal beiseite. Es mag dick aufgetragen klingen aber mir fehlt zum Teil echt emotionaler Support. Meine Restfamilie entfernt sich nicht nur geographisch immer mehr, sie ist auch einfach so nicht imstande, mich irgendwie symbolisch aufzufangen. Beim Amt so "Ja, können Sie nicht, wenns ganz hart auf hart kommt, zurück zur Mutter?" Nein. "Können Sie für eine kurzfristige Übergangslösung Ihre Habseligkeiten bei der Mutter unterstellen?" Nein. "Haben Sie Familie, die für sie fahren oder gar bürgen kann?" Nein. 
Hätte ich meine Freundin nicht, wäre ich echt verloren lol. Wirkliche Freunde (in meinem Alter) habe ich nicht (mehr), außer vereinzelt an anderen Ecken des Bundesgebietes. Neue zu finden ist für mich in immer neuen Umgebungen - gepaart mit meiner Persönlichkeit (eher nicht so offen, obwohl mir letztens wieder gesagt wurde, ich sei kontaktfreudig; das macht vielleicht die Einsamkeit lol) - ziemlich schwer.

Es ist nicht so, als würde ich mich auf Frankfurt/Main als neue Stadt mit einem neuen Anfang nicht freuen. Aber der Weg dahin lässt mich daran (noch) nicht so wirklich denken. Ich werde, eventuell, Schulden machen müssen, um da überhaupt hinzukommen; damit ich dort dann wieder befristet etwas habe, um mich "weiterzuentwickeln". Eben im Bus dachte ich mal wieder daran, wie viel Jahre das wohl noch so weiter geht. Ich habe echt langsam keine Lust mehr. Ich möchte doch "nur" etwas fest(eres) und den Hort meiner guten Laune bei mir. Aber das Leben - geprägt durch die moderne Gesellschaft (die ja die Flexibilität und den primat auf die Karriere quasi verlangt und aufzwingt) - möchte es ja so.

So große Töne à la "wehr dich doch" "machs anders" "es ist nie zu spät was Neues/Anderes zu machen" lassen sich leicht sagen, wenn man etwas hat, von dem man weiß, es wird so schnell nicht verschwinden. Ich kann theoretisch zwar jetzt anfangen eine Ausbildung zum Erzieher zu machen aber praktisch? Ich bin 27, wann soll ich denn mit dem wirklichen Arbeiten anfangen? Wovon soll ich leben? Ich habe keine Lust mehr, jeden verdammten Cent zwei Mal umzudrehen und vom Amt abhängig zu sein (wie mich in der Folge dahingehend gläsern sowie nackt zu machen). 
Mein Leben bestand bisher immer nur aus Kompromissen und das wird sich vermutlich auch die nächsten Jahre nicht ändern, was mich wirklich sehr nahe an der Rand der Resignation treibt.

Nichtsdestotrotz kann ich mich in wenigen und kurzen Momenten freuen. Zum Beispiel über eine Sache, die ich mir mal gönne, Zeit, die ich mir ohne größere Gedanken nehmen kann und die wärmende Nähe, die mich im Schnitt acht bis zwölf Mal im Jahr besuchen kommt.

Für die einen mag das eine sehr pessimistische Lebensweise sein, aber so wurde ich sozialisiert und ich habe mich echt schon sehr gut allein da rausentwickelt, das Fundament ändert sich trotzdem nicht. Bis auf die kleinen Sprünge bei gutem Wetter, laufe ich auf einem Weg, dessen Steine mich oft stolpern und dessen Schlaglöcher mich fallen lassen. Immerhin noch vorwärts. Vielleicht verdiene ich ja irgendwann mal ausreichend, um mich nicht fragen zu müssen, ob ich mir einen neuen Pullover leisten kann, ohne dafür an dem belag für das Brot sparen zu müssen (übertrieben gesagt) oder, um mir entspannter neue Bleiben suchen zu können, haha. Und ganz vielleicht wird der nächste Herbst ein warmer. Das sind meine Fünkchen. Damit auf Wiederlesen.

Samstag, 28. Dezember 2013

Erkenntnisse

Diesen Post wollte ich schon vor Monaten machen, kam bisher jedoch entweder aus Motivations- oder Zeitgründen nicht dazu. Im Folgenden soll es einen quasi Rückblick auf 2013 geben, natürlich subjektiv-persönlich gefärbt und anhand der (unchronologisch) gewonnen Erkenntnisse her aufgezogen. Aufgrund der immer weiter zunehmenden Überflutung an Reizen, Eindrücken und Erkenntnissen fällt mir sicher nicht mehr alles ein, weshalb ich einfach auf das für mich prägnanteste reduzieren werde.

Die wohl größte, und das Jahr umspannende, Erkenntnis ist wohl, dass mein soziales Gefüge stetig an Substenz verliert. Nicht nur weil ich selbst immer weniger Lust habe, mich in das mittlerweile etablierte System großartig weiter einzubringen, sondern auch, vielleicht als Bedingung zu erstgenanntem, weil die Charaktere immer mehr Facetten offenbaren, mit denen ich mich nicht ganz so abfinden kann und/oder will. Man könnte hier jetzt ewig Argumente schustern im Sinne "da gehören immer beide Seiten zu", sicher, aber manche Dinge sind Selbstläufer. Leute, die meinen Blog vielleicht länger verfolgen (oder einfach das Archiv durchstöbern, ist ja in Zeiten des stalkenden internet voll cool), wissen, dass ich ständig beklage bei allem zu spät dran zu sein. Auch hier habe ich das Gefühl, diese Erfahrungen machen andere in dem Ausmaße zehn Jahre früher und beginnen in meinem Alter, feste Gefüge zu konstruieren. Geht bei mir ja auch wegen der ständigen Umzüge und dem dauernden Zwang herumzureisen ja nicht.

Das führt mich zur zweiten Erkenntnis. Ich schloss mein Studium bekanntlich ab und suche derzeit Arbeit. Das tu ich mittlerweile auch fast bundesweit, denn was anderes bleibt einem ja nicht über. Nichtsdestotrotz erfüllt mich der Gedanke, demnächst mal wieder über mindestens zwei Bundesländer umziehen zu müssen, mit heftigster Abscheu und Abneigung. Zum einen kostet mich dieser Akt jedes Mal einen Haufen Geld und zum anderen muss ich ständig bei Freunden, in Gänsefüßchen (denn ich kenne niemanden in meinem Umkreis wirklich gut), bittend in den Ohren liegen, da ich wegen meiner Sozialisation nicht über die Mittel verfüge, über die die Mehrheit eben verfügt. Das ist mir einfach ständig unangenehm und etnwickelt eine Art autonomen Stress, denn Pflichbewusstsein und Zuverlässigkeit schreiben sich zwar alle in den Lebenslauf, wirklich haben tun das aber immer weniger Leute.

Der oben erwähnte Zwang zu reisen ergibt sich neben meinem "Lebenslauf" auch auf persönlicher Beziehungsbasis. Ich fühle mich ehrlich gesagt nirgends heimisch oder könnte sagen "Ich bin XYer". Ich zog von Ost-Niedersachsen nach Nord-Hessen und von dort weiter nach Zentral-Nordrheinwestfalen. Den letzten Schritt tat ich motiviert durch die größere Nähe zu meiner Freundin, dem vermeintlich größeren Freundeskreis und der Attraktivität der Region (sowohl im Unterhaltungssektor als auch auf dem Arbeitsmarkt). Es lief auch knappe zwei Jahre alles gut (bis auf die Sache aus Erkenntnis eins weiter oben) und meine Freundin versuchte mit ihrem Studium auch hier im Umkreis zu landen. Mittels einen Kompromisses sah das anfangs auch so aus. Es kam jedoch anders und mein geplannt abgeworfener Bummerang kam doppelt so hart zu mir zurück. Kurzum, wäre ich in Nord-Hessen geblieben, wäre alles "besser" gewesen. Aber sowas weiß man ja vorher nicht. Eine gute Sache hat diese schon jahrelange Fernbeziehung; man lernt unglaublich viel bezüglich Vertrauen, Einsicht und Akzeptanz. Auf der Kehrseite jedoch schürt das Ängste, Eifersucht und womöglich überdeutliche Entbehrungsbereitschaft. Allein darüber könnte ich einen einzigen Eintrag schreiben.

Ich belass es mal bei diesen Top drei, es wird nämlich wieder zu lang, aber eines ziehe ich als Quintessenz aus all den Erkenntnissen: Ich entwickele auf der einen Seite immer mehr Ignoranz, Gleichgültigkeit und eine, von mir heutzutage eigentlich heftig kritisierte, unempathische Seite. Auf der anderen Seite lerne ich durch größere Empfindungen mehr Mitgefühl, Verständnis und Toleranz. All das jedoch immer in anderen Bereichen und so human, um diese Bereiche zu verbinden, will ich im Endeffekt auch nicht immer sein. 

Was die Perspektive fürs nächste Jahr angeht, ich sehe noch mehr Stress als zuvor durch einen weiteren Umzug oder womöglich durch sehr viel weitere nichterhaltene Stellen. Andererseits sehe ich das Gründe, wenn ich an einen möglicherweise tollen Arbeitsplatz denke und selbst die Möglichkeit, das dieser in einer neuen Stadt sein wird frohlockt mir, denn irgendwie will ich hier schon ausbrechen und wirklich mal gefestigt wo von vorne anfangen; der Weg dahin ist aber voller Löcher. 

Nun denn, ich habe keine Zeit mehr; meine Waschmaschine (Erkenntnis vier: die, wie auch mein Trockner, werden unerlaubt und asozial wohl von wem Dritten benutzt) dürfte fertig sein. Auf Wiederlesen.

Mittwoch, 30. Oktober 2013

Rein ins Amt!

Hieß es für mich den letzten Monat über, ja, quasi echt jede Woche durch quer durch die Stadt gondeln (min. Fahrtzeit 35 Minuten), um meinen temporären Lebensunterhalt zu sichern. Mein schlechtes gefühl und die Gedanken der humanen Erniedrigung vor mir unbekannten wurde ad-hoc durch die Aussage geschmälert, dass ein halbes Jahr ALGII-Bezug auch für Akademiker, die in den Beruf einsteigen, normal sei.

Nichtsdestotrotz ist dieser Gang kein leichter, nicht nur, weil er einem gewissenhaften menschen erst einmal auf dem gewissen und Seele liegt, sonder auch deshalb, weil man einen halben Wald Papierwert zu tragen (und besten Falle lesen) bekommt.

All dies, natürlich nebst eifriger Stellensuche, emsigen Bewerbungschreibens und latenter Panik, nichts zu finden, bzw. bald aus Verzweiflung alles anzunehmen, führte bei mir zu folgenden Gedankenspielen (die phasenweise regelmäßig pflege):
Wieso habe ich überhaupt studiert? Sicher, ich studierte ein Fach, das ich mir anfangs gar nicht vorstellen konnte, mir immer extrem dröge und "nutztlos" vorkam. Allerdings entwickelte ich langsam aber sicher etwas Spaß an dem Stoff und erfuhr, dass so nutzlos dieses Fach gar nicht war; eher noch, es erschien mir unterschätzt und im sozialen Kollektiv zu wenig gepflegt. 
Wie dem auch sei. Ich schloss das Studium fristgerecht (= in der Regelstudienzeit) und, finde ich zumindest, überdurchschnittlich gut ab (ohne jedoch wirklich viel und fundiert Ahnung [allumfassend] zu haben; aber das ist ein anderes Thema, denn Bologna, bzw. BA und MA stinken). 

Die Suche nach einer sozialversicherungspflichtigen Stelle auf dem primären Arbeitsmarkt schlug mir aber Rasch eine Latte vors Gesicht, denn das was ich "machen kann", können anders ausgebildete Fertigstudenten, laut Ausschreibung, ab Werk besser. Generell erschien es mir, als ob theoretisch nur noch um die fünf Studiengänge gefragt seien. Praktisch mag das anders aussehen, aber dieser Blick erschließt sich mir dann vielleicht mal, wenn ich die Chance erhielt, meine geforderten Berufserfahrungsjahre abzuleisten.

Apropos Erfahrung. Zwecks deshalb jobbe ich in zwei Bereichen. Bei dem einen wurde ich ahnungslos ins Blaue geworfen (nennt sich heutzutage "training on the job") und bei Fehlern verbal an mein persönlich-emotionales Ufer "geredet". Nichtsdestoweniger erhielt ich dort sehr viele Einblicke, lernte viel und bekam Chancen. Bei dem anderen Tätigkeitsbereich diene ich als moderner "Sklave", erhielt demzufolge auch ordentlich Einweisung und einige Führung (nennt sich heutzutage "time is money" und man soll ja alles richtig machen). Soweit so gut, allerdings kollidieren Werte, Vorstellung und Erfahrungen (Ansichten bezüglich diverser Umgänge spezifischer Situationen), weshalb ich langsam aber sicher durch das raster falle; erstgenannter Bereich. 

Der andere Bereich gibt sich human, sozial und fair. Aber auch diese Konzepte werden abseits der vorgegebenen Norm anders ausgelegt, denn es kontrolliert ja ohnehin niemand. So möchte man einiges an Zeit vor eigentlichem Schichtbeginn auftauchen, um ungestempelt zu helfen, damit man nicht über kurz oder lang freigegeben wird. Diese Aussage fand ich sehr verstörend und wusste nicht, wie ich darauf angemessen reagieren soll, weshalb ich es einfach neutral hinnahm. (Auch die nach Schichtende angebotenen Haselnüsse konnten diesen Fauxpas nicht radieren.)

Langer Post, kurzer Sinn: Ich bin "erst" seit einem Monat in dieser schwebenden und unsicheren Situation; kann nicht verstehen, wie Menschen diesen Status Jahre lang aufrechterhalten (partiell willentlich) und dabei nachts noch ruhig schlafen können. Ich zweifele, aufgrund dieser Faktoren, an meinen Fertigkeiten, Qualifikationen und Möglichkeiten. Darüber hinaus stechen mein Alter und einige im Nachgang bereute Entscheidungen. Naja, ich habe keine Zeit mehr, der knechtende Knüppel des abhängig Beschäftigtseins schwingt über mir. Auf Wiedersehen. 

(In dem Sinne: Empört euch.)